PfadfinderInnen schenkten Licht

Neun Jahre ist es nun her, seit die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs 2010 im Rahmen ihrer Aktion „Helfen mit Herz und Hand“ genau 5.665,- Euro an die Organisation Licht für die Welt spendeten. Mit dieser Summe konnten 189 Menschen in Burkina Faso, die durch grauen Star erblindeten, operiert werden. Sie bekamen ihr Augenlicht zurück und können am Familien- und Arbeitsleben wieder voll teilnehmen. Die Operation kostet rund 30 Euro und dauert nur etwa 15 Minuten.

In den Ländern Afrikas südlich der Sahara ist es nicht so einfach wie bei uns, wo die Menschen einfach zum Augenarzt gehen und eine neue Linse operiert bekommen. Es fehlt überall an Kliniken, Ärzten, Fachpersonal. Die ärmere Bevölkerung kann sich oft den Arztbesuch gar nicht leisten. Dabei sind dort ältere Menschen viel häufiger und früher als in Europa von Grauem Star betroffen. Armut, Mangelernährung und das intensivere Sonnenlicht sind einige der Gründe dafür. In Burkina Faso tritt Grauer Star schon ab 50 Jahren gehäuft auf, in Europa meist erst ab 70 Jahren.

Licht für die Welt eröffnete 2004 gemeinsam mit seinen Partnern die Augenklinik Zorgho in Burkina Faso. Neben Mosambik und Äthiopien ist der Staat ein Schwerpunktland für die Fachorganisation für Menschen mit Behinderung. Millionen von Menschen bekamen in den letzten 15 Jahren dadurch Zugang zu augenmedizinischer Versorgung. Leider können sich viele Menschen nicht einmal die Fahrt nach Zorgho leisten. Darum organisiert die Augenklinik um die 20 mobile Hilfseinsätze im Jahr. Dabei geht das medizinische Fachpersonal gezielt in die auch weit entfernten Dörfer und untersucht und behandelt die Menschen vor Ort. Sollte eine Operation nötig sein, wird diese in Zorgho durchgeführt.

Heute hat die Klinik 22 Mitarbeiter. Pro Jahr werden rund 20.000 Patienten behandelt und mehr als 2.000 Operationen durchgeführt. Die Klinik ist auch ein Zentrum für Ausbildungen von Fachpersonal. Die Einrichtung ist seit 2018 finanziell abgesichert, aber Licht für die Welt unterstützt immer noch mit strategischer Hilfe und hofft, dass dort bald wieder ein Augenarzt beginnen wird. Dann können die medizinischen Angebote sogar noch erweitert werden.

Viele ärmere Menschen gehen aus Kostengründen zu den traditionellen Heilern, wenn sie durch Grauen Star blind werden. Leider können ihnen diese Heiler nicht helfen, weil chirurgisch eine neue Linse eingesetzt werden muss. Manche dieser Heiler kommen auch selber in die Klinik, wenn sie unter Augenkrankheiten leiden. So auch der 81-jährige Sakandé Noumam. Der Heiler ist einer von 47 Patienten, die an nur einem Vormittag operiert wurden. Er war blind auf beiden Augen und jetzt kann er wieder gut sehen und anderen Menschen helfen. Er behandelt hauptsächlich Knochenbrüche. „Augenkrankheiten kann ich nicht behandeln. Darum schicke ich Patienten nach Zorgho, wenn sie zu mir kommen“, meint er."

Licht für die Welt

"Licht für die Welt" ist eine internationale Fachorganisation für inklusive Entwicklung. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, die allen offen steht und niemanden zurücklässt. Wir setzen uns für barrierefreie augenmedizinische Versorgung ein und unterstützen inklusive Bildung und Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können.

Licht für die Welt ist als unabhängiger, gemeinnütziger Verein organisiert und unterhält Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik und Südsudan. Mit unseren Programmen stärken wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben und helfen ihnen aus der Armutsfalle.

Spendenkonto:

Licht für die Welt

IBAN: AT92 2011 1000 0256 6001

BIC: GIBAATWWXXX

Webseite Lichtt für die Welt
Facebookseite Licht für die Welt
Licht für die Welt auf twitter

 

Franko Petri
Pressesprecher Licht für die Welt

 


 

Augenlicht für Menschen in Burkina Faso

2009 unterstützen die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs die Behandlung von an "Grauem Star" Erblindeten in der Augenklinik "Zorgho" in Burkina Faso. Diese Augenklinik wurde von der Aktion LICHT FÜR DIE WELT gebaut.

Kaboré lebt in Burkina Faso, einem Land in Westafrika. Burkina Faso ist ca. dreimal so groß wie Österreich und hat 13,7 Mio. Einwohner, fast die Hälfte davon lebt unter der Armutsgrenze. Trotz niedriger Lebenserwartung und hoher Kindersterblichkeit – jedes fünfte Kind erlebt seinen fünften Geburtstag nicht - wächst die Bevölkerung sehr schnell. In Burkina Faso werden über 60 verschiedene Sprachen gesprochen, zusätzlich zum Französischen, der Sprache der ehemaligen Kolonialherren. Seit 1960 ist Burkina Faso unabhängig und heute das zweitärmste Land der Welt.

Das macht sich auch in der Gesundheitsversorgung bemerkbar. In großen Städten gibt es mit Glück noch ein mehr oder weniger gut ausgestattetes Spital, die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt aber am Land, wo der nächste Arzt weit weg ist. Oft unerreichbar weit, denn kranke Menschen können die stundenlangen Fußmärsche nur mit Mühe zurücklegen und selbst wenn sie Hilfe finden, fehlt das Geld für die Behandlung. So führen behandelbare und vermeidbare Krankheiten oft zu lebenslangen Behinderungen.

Behinderung und Armut

Menschen mit Behinderungen haben es in Entwicklungsländern doppelt schwer. Ein Mensch, der sich in Europa weitgehend unabhängig mit dem Rollstuhl fortbewegt, kommt in Afrika oft nur kriechend voran, denn Hilfsmittel wie Krücken oder Prothesen sind Mangelware. Auch haben diese Menschen keinen Zugang zu Schul- oder Berufsausbildung, das wenige Geld wird eher für "gesunde" Familienmitglieder ausgegeben. Besonders hart trifft das Frauen und Mädchen, denn ihre Brüder werden ihnen oft vorgezogen. Wer keine Ausbildung, keinen Beruf hat und ständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist, versinkt unweigerlich in Armut.

Ein Mensch, der nicht sehen oder gehen kann, wird außerdem als Belastung für die Familie angesehen. Der blinde Großvater braucht beständig einen Enkel an seiner Seite, der ihn betreut und führt. So fehlen im Haushalt und bei der Feldarbeit nicht nur zwei, sondern bereits vier Hände. Diskriminiert, vernachlässigt und vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen bleibt vielen nichts anderes über, als sich ihren mageren Lebensunterhalt zu erbetteln.

Hilfe aus Österreich

Die österreichische Fachorganisation LICHT FÜR DIE WELT setzt sich seit Jahrzehnten für die Rehabilitation von Menschen mit Behinderung ein, um ihre Lebenssituation und die ihrer Familien zu verbessern. Im Rahmen solcher gemeindenahen Rehabilitationsprogramme in Burkina Faso wurde bald offensichtlich, dass ein hoher Teil der Patienten und Patientinnen blind oder von Blindheit bedroht waren.

Wenn die Welt grau wird ...

Fast die Hälfte aller erblindeten Menschen leidet an Grauem Star, einer Trübung der Augenlinse. Anfangs legt sich ein Schleier über den Blick, bald wird er dichter und führt unbehandelt schließlich zur vollkommenen Blindheit. Grauer Star kann durch Krankheiten entstehen, Verletzungen oder einfach als Folge des Älterwerdens. In Entwicklungsländern sind viel mehr Kinder davon betroffen als bei uns. Sie werden mit getrübten Linsen geboren, oft weil die Mutter in der Schwangerschaft krank geworden ist, oder sie verletzen sich beim Spielen am Auge. Da es kaum medizinische Versorgung gibt, wissen die Eltern meistens nicht, ob und wie sie ihren Kindern helfen können.

Aber Grauer Star ist heilbar. In einer relativ einfachen und kurzen Operation wird die undurchsichtige Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt, das Augenlicht ist gerettet. Doch diese Operation schenkt noch viel mehr als die Fähigkeit zu sehen! Die ehemals blinden Menschen nehmen wieder am Sozialleben teil, arbeiten, die Kinder gehen in die Schule, spielen mit Freunden. Für die Familie bedeutet es sehr viel, wenn die Großmutter wieder auf die Enkel aufpassen kann, anstatt selbst Betreuung zu brauchen. Oder wenn das Kind lesen und schreiben lernt und im Haushalt mithilft, anstatt regungslos und einsam in einer Ecke zu liegen. Für diese Menschen und ihre Familien bedeutet es die Welt!

Augenklinik Zorgho - Licht für tausende Menschen

Zorgho ist die Provinzhauptstadt von Ganzourgou, einer dicht besiedelten Provinz im Zentrum des Landes. Für die 2,5 Mio. Menschen in den umliegenden Gebieten gab es keine augenmedizinische Versorgung, für 37.000 blinde Menschen keine Hoffnung. Deshalb beschloss LICHT FÜR DIE WELT gemeinsam mit der Diözese Koupéla eine Augenklinik zu bauen. Eröffnet wurde sie im Dezember 2004 und seitdem wurden dort tausende Menschen am Grauen Star operiert!

In dieser Klinik wurde auch Großmutter Kaboré behandelt. Sie ist eine von unzähligen Menschen, die in Zorgho zum ersten Mal seit langem wieder die Sonne gesehen haben. Die Klinik ist ein großer Lichtblick für die Bevölkerung: Es gibt nicht nur weniger blinde Menschen, auch die allgemeine Gesundheitsrate hat sich erhöht, die ehemaligen Patienten und Patientinnen werden wieder in die Gesellschaft integriert und auch auf die Wirtschaft der Region wirkt sich das medizinische Zentrum positiv aus. Ein wichtiger Prozess zur profunden und langfristigen Verbesserung der Lebenssituation in Burkina Faso ist damit in die Wege geleitet.

Hilfe, die ankommt

Großmutter Kaboré kann wieder sehen. Ihre Operation wurde durch eine Spende aus Österreich ermöglicht. Denn 30 Euro reichen aus, um in einem Entwicklungsland eine Star-Operation zu finanzieren. Mit 30 Euro kann man einem Menschen Augenlicht schenken. Und noch viele sitzen im Warteraum in der Klinik in Zorgho, sie haben den weiten Weg zur Klinik bewältigt und hoffen auf Hilfe und mit ihnen ihre Eltern und Geschwister, ihre Kinder und Enkel. Mit ein bisschen Hilfe können auch sie bald wieder vor Freude tanzen.