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Im Alter von 10 Jahren ist ein Kind vielen '''Veränderungen von außen''' ausgesetzt. Durch den Schulwechsel ändert sich nicht nur der Freundeskreis (Cliquenbildung), sondern die Kinder sind auch einem höheren Leistungsdruck ausgesetzt. Außerdem müssen sie ihre persönliche Freizeit neu organisieren. Neben individuellen Interessen gilt es aus einem reichhaltigen Angebot von Freizeitorganisationen und Vereinen auszuwählen.
 
Im Alter von 10 Jahren ist ein Kind vielen '''Veränderungen von außen''' ausgesetzt. Durch den Schulwechsel ändert sich nicht nur der Freundeskreis (Cliquenbildung), sondern die Kinder sind auch einem höheren Leistungsdruck ausgesetzt. Außerdem müssen sie ihre persönliche Freizeit neu organisieren. Neben individuellen Interessen gilt es aus einem reichhaltigen Angebot von Freizeitorganisationen und Vereinen auszuwählen.
  

Version vom 19. November 2007, 09:37 Uhr

Der richtige Zeitpunkt

Puck und Mogli baden

Im Alter von 10 Jahren ist ein Kind vielen Veränderungen von außen ausgesetzt. Durch den Schulwechsel ändert sich nicht nur der Freundeskreis (Cliquenbildung), sondern die Kinder sind auch einem höheren Leistungsdruck ausgesetzt. Außerdem müssen sie ihre persönliche Freizeit neu organisieren. Neben individuellen Interessen gilt es aus einem reichhaltigen Angebot von Freizeitorganisationen und Vereinen auszuwählen.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Kinder in diesem Alter entwicklungspsychologisch gesehen nach einer neuen Bezugsperson verlangen und wesentlich größere Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung zeigen. Um diesen Bedürfnissen Folge leisten zu können, drängen sie in die Kleingruppe. Das ,,Leben in einer Phantasiewelt" (Spielidee/Rahmengeschichte) ist nicht mehr notwendig. Wir wollen und können dieser kindlichen Entwicklung nicht im Wege stehen sondern reagieren - ganz im Gegenteil - bewusst darauf, indem wir die WiWö-Stufe strukturell und methodisch von der GuSp-Stufe unterscheiden.

Wir haben laut Verbandsordnung Altersgrenzen für die Überstellung in die nächste Stufe vorgegeben. Bei den WiWö ist sie mit 10 Jahren vorgesehen. Die VO sieht aber "entwicklungsbedingte Ausnahmefälle" vor. Grundvoraussetzung für einen gelungenen Stufenübertritt ist, dass das Kind das Stufenziel erreicht hat. Es ist daher notwendig, dass du einerseits nach geeigneten Mitteln und Wegen suchst, das Stufenziel zu erreichen, (dazu steht ja genug in diesem Behelf!) andererseits dass du der Leitung der GuSp-Stufe deine Ziele verständlich machen kannst, d.h. "Sorge trägst, dass die Kinder dort abgeholt werden, wo sie hingebracht wurden"

Tipp:

Ein paar Kriterien, woran du erkennen kannst, dass ein WiWö bald "reif" für die Überstellung ist:

  • Das Kind hat gelernt, sich im Rahmen der Großgruppe zu behaupten und seine Meinung kundzutun.
  • Es ist ziemlich selbständig in seiner Alltagsroutine.
  • Es hat gelernt, Rücksicht auf Jüngere und Schwächere zu nehmen.
  • Es gibt Anzeichen der ausklingenden Phantasiespiellust. Spiele sind kindisch, Dschungel und Waldenland nur für "Babys". Spielen an sich ist aber noch sehr beliebt, da die körperliche Gewandheit nach wie vor gegeben ist.
  • Es treten starke Gefühlsausbrüche auf und die Rivalität verstärkt sich.
  • Es betont die eigene Person sehr stark. Das ist ein Zeichen für die Bereitschaft zur Kleingruppe.
  • Es hat gelernt, Freundschaften und Bindungen einzugehen.

Vor der Überstellung – "Das Netz"

Vor dem Stufenübertritt ist es notwendig, dass du einerseits Vorfreude weckst, um damit Ängste abzubauen und andererseits Informationen weiter gibst. Dabei werden alle Beteiligten - das Kind, die LeiterInnen und beteiligten Stufen, sowie die Eltern des Kindes - in ein ,,Kommunikationsnetz" verwoben.

Überstellungsnetz

Beide Stufenteams haben die Aufgabe, dass Thema ,,Überstellung" in ihren Stufen positiv zu thematisieren, d.h. über einen längeren Zeitraum hinweg Vorfreude auf die nächste Stufe zu wecken, d.h. die ,,Ankommenden" als Bereicherung zu sehen und nicht damit zu drohen. Beide Stufenteams haben die Aufgabe, untereinander wichtige und notwendige Informationen über die zu überstellenden Kinder auszutauschen. Dabei müsst ihr unbedingt beachten, dass ihr keine persönliche Wertungen abgebt. Die Eltern sind von beiden Stufenteams über Sinn und Ablauf der Überstellung zu informieren. Beide Stufenteams haben die Aufgabe, sich mit dem zu überstellenden Kind auseinanderzusetzen. Dabei liegt der Schwerpunkt der Sorge naturgemäß bei euch als WiWö-Leitung. Nehmt dem Kind auf der Gefühlsebene seine Ängste und weckt die Vorfreude auf die neue Stufe. Gib ihm - auf der sachlichen Ebene - genaue Informationen darüber, was es in der neuen Stufe erwartet. Wenn ihr alle diese Ebenen berücksichtigt, wird das auch bei den einzelnen Mitgliedern der WiWö- und GuSp-Stufe eine positive Einstellung zum Stufenübertritt erzeugen, d.h. die Kinder werden sich auf ihre eigene Überstellung und die GuSp auf die ,,Neuen" freuen.

Methodische Tipps zur Vorbereitung der WiWö

"Schnupperheimstunde"

Ein zu überstellendes Kind besucht gemeinsam mit der/m WiWö-Leiterln eine Heimstunde der GuSp, um die neue Leitung und die GuSp kennenzulernen. Es nimmt aktiv am Ablauf der Heimstunde teil. Du bleibst dabei im Hintergrund, gibst dem Kind aber die Sicherheit, da zu sein. Dadurch werden dem Kind Ängste vor Neuem genommen und Vorfreude geweckt. Diese Heimstunde sollen beide Leitungsteams gemeinsam planen, damit auch die GuSp einbezogen werden.

"Brückenmodell"

Inhalte der GuSp-Stufe werden in der Vorbereitung auf die Überstellung punktuell ,,vorgezogen" und mit Methoden der WiWö-Stufe (spielerisch) präsentiert. Der bekannte Rahmen, in dem die Kinder sich bewegen, bringt ihnen Sicherheit in der Auseinandersetzung mit dem Neuen - Vorfreude kann entstehen. Vorfreude auf etwas Neues kann aber nur dort entstehen, wo jede Stufe ihre klar begrenzten Erlebnisse und Eigenheiten bietet, die nicht vorweggenommen werden dürfen. In diesem Spannungsfeld kommt es natürlich wieder auf die Zusammenarbeit der beiden Leitungsteams an.

Überstellung – Die Zeremonie

In der Planung der Überstellung arbeiten die Teams beider Stufen eng zusammen. GuSp und WiWö werden - soweit es sinnvoll ist - mit einbezogen. Natürlich spielen, wie immer, Traditionen und Rituale eine wesentliche Rolle.

Überstellungszeremonien sind keine Mutproben und müssen angstfrei ablaufen!

Die WiWö sollen zwar gefordert, aber nicht überfordert werden. Es muss dir bewusst sein, dass die Situation an sich die Kinder schon sehr verunsichert und unter Druck setzt. Hilfreich ist für sie daher sicherlich, wenn sie vor der Zeremonie ihre persönlichen Gefühle äußern können und dazu auch gezielt Gelegenheit gegeben wird. Wenn es auch notwendig erscheint, dass die Kinder einen eigenen Schritt setzen, so heißt das nicht, dass wir sie in dieser Spannungssituation alleine lassen dürfen. Den größten Teil des ,,Weges" werden sie von WiWö/Leiterlnnen begleitet oder GuSp abgeholt und mitgenommen.

Mögliche Elemente einer Überstellung

  • Abschied von den WiWö; Versprechen zurückgeben
  • Waldenland-/Dschungelnamen zurückgeben, wenn sie einen haben
  • Kurzer Weg mit WiWö-LeiterIn
  • Abschied mit Dank und guten Wünschen
  • Bewusst einen eigenen Schritt setzen
  • Empfang durch die LeiterInnen der GuSp
  • Empfang durch die GuSp

Beispiele: Überstellung

  • Es ist sicher ein etwas "nostalgischer" Akt, der mit dem Lied "Abschied vom Volk/der Meute" (Hinweis: siehe S.: A67) beginnen kann. Es können ein paar persönliche Worte folgen, mit denen du den/die zu Überstellenden an ihre WiWö-Laufbahn erinnerst. Dann findet die feierliche Rückgabe des WiWö-Versprechens in die Hand der/des Leiters/ In statt. Für die anderen WiWö muss die Überstellungsfeier auch noch abgeschlossen werden, es können vielleicht schon neue Ringerste und Leitwölflinge ernannt werden.
  • Dazu kann der Große Wichtelruf/das Große Geheul am Beginn stehen, die zu Überstellenden stehen in der Mitte und sind so Mittelpunkt. Im Anschluss geben sie ihr Versprechen zurück, während die anderen Wichtel oder Wölflinge grüßend im Kreis stehen. Anschließend werden sie von der/m GruppenleiterIn zum Trupp begleitet. Auf dem Weg dorthin kann es kleine Aufgaben, eine Meditationsstrecke, oder auch nur Bodenzeichen geben.
  • Die GuSp bereiten das Programm für ein Wochenende mit den zu überstellenden WiWö vor. Diese werden vom Volk/der Meute verabschiedet (Großer Eulenruf/Wolfsgeheul) und verbringen das restliche Wochenende mit den GuSp, wobei sie von einer/einem WiWö- LeiterIn ständig begleitet werden. Das Programm soll ein Kennenlernspiel und evtl. ein kleines Abenteuer beinhalten.
  • (...) Und dann kam das Tollste – der Weg zu den GuSp ging nämlich über einen kleinen See. Über diesen war eine Schnur gespannt – direkt zu den GuSp – und an dieser Schnur war ein Schlauchboot eingefädelt. Jetzt haben sich jeweils zwei Kinder in dieses Boot gesetzt und wollten eigentlich nur zu den GuSp rüber. Sie haben sich also an der Schnur entlang gehantelt. Allerdings ist plötzlich Neptun persönlich (in Neoprenanzug, Dreizack und grüner Krepppapierperücke) aufgetaucht und hat natürlich versucht, sie daran zu hindern. Die GuSp haben geschrieen und getobt und haben die WiWö angefeuert. Erst, als die beiden im Boot Neptun einige wichtige Fragen beantworten konnten, hat er sie dann endlich in Ruhe gelassen. (...)
  • Bei der Überstellung geben die WiWö ihr Halstuch ab und es kommt in eine Schatztruhe. Dafür bekommen sie ein kleines Holzdreieck in den Halstuchfarben an einem Lederband, das sie statt eines Halstuches bis zum Versprechen tragen. Beim Versprechen wird dann ihr Halstuch wieder aus der Schatztruhe geholt und sie geben das kleine Dreieck wieder zurück. (Eigentlich ist das ja eine GuSp-Tradition, aber irgendwie gehört's doch auch ein bisschen zu den WiWö.)

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