Dein Ausbildungsweg als WiWö-LeiterIn

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Wenn du deine Aufgabe als WiWö-LeiterIn ernst nimmst, hast du die Verantwortung, dich als Kinder- und JugendleiterIn weiter zu bilden. Nur so kannst du das beste für die Kinder bieten und sie auf dem neuesten Stand des Wissens optimal betreuen.

Ausbildung ist Lernen

Du musst also immer bereit sein, Neues zu lernen. Ähnlich, wie bei deinen WiWö ist das nicht nur ein Lernen auf sachlicher Ebene.

Klar: Neue Methoden, neue Lieder, neue Spiele zu lernen ist eine deiner Hauptaufgaben. Einerseits gibt es auch bei solchen Dingen gewisse "Modeerscheinungen", und da willst du mit deinem Programm sicher "up to date" sein. Andererseits – wie du schon gehört hast – beschäftigen sich auch viele WissenschaftlerInnen mit dem richtigen Umgang mit Kindern (das Fachwort heißt "Pädagogik") und es gibt daher laufend neue Erkenntnisse, was für Kinder am Besten ist. Hier ist es also deine Pflicht, deine Arbeit bei den WiWö mit diesen neuen Erkenntnissen zu vergleichen und zu entscheiden, was du für deine Tätigkeit übernehmen kannst. Neben diesem Lernen im Sinne von "Fähigkeiten und Wissen aneignen" musst du – wie deine WiWö – auf der sozialen Lernebene Fortschritte machen. Du hast vor allem in den letzten beiden Kapiteln gehört, dass du für deine WiWö ein Vorbild bist. Sie beobachten dein Verhalten - ihnen und anderen Menschen gegenüber - ständig und verwenden diese Beobachtungen als Grundstock für ihr eigenes Verhalten. Wenn du also ein gutes Vorbild sein willst, musst du dein Verhalten gut kennen und davon überzeugt sein. Nur Personen mit gefestigter Persönlichkeit können Kinder wirklich gut betreuen und erziehen. Glaub übrigens nicht, dass du deinen WiWö lange was vorspielen kannst. Sie sind in der Regel sehr gute BeobachterInnen und merken sofort, wenn du ihnen was vorgaukelst.

Eine zweite Parallele zum Kapitel "Wie Kinder lernen" gibt es: Wir haben dort von unterschiedlichen Lerntypen gehört. Du weißt schon, die einen merken sich Geschichten sehr gut, andere erinnern sich an Bilder gut, wieder andere brauchen Texte. Beobachte dich selbst ein wenig und du wirst herausfinden, wie es bei dir am besten läuft. Versuche auch dein Lernen abwechslungsreich zu gestalten. Am besten wird das funktionieren, wenn du darauf achtest, dass deine ganze Persönlichkeit – also Herz, Hirn und Hand – angesprochen wird.

Das Ausbildungskonzept bei den PPÖ

Genau so wie es bei den PPÖ ein Konzept für die Ausbildung der Kinder von den WiWö bis zu den RaRo gibt, existiert auch ein Plan, wie sich die LeiterInnen der jeweiligen Stufen aus- und weiterbilden sollen. Grundsätzlich festgeschrieben ist das in der "Verbandsordnung der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs" (kurz VO). Frag deine Gruppenleitung, die haben sicher ein Exemplar davon!

Voraussetzungen für WiWö-LeiterInnen laut VO

Im Kapitel 2.7 dieser Verbandsordnung steht z.B. einiges über die grundsätzlichen Eignungen, die einE LeiterIn bei den PPÖ aufweisen muss. Da steht:

Pfadfinderführer(innen) müssen folgenden allgemeinen Bestimmungen entsprechen:

  • persönliche Haltung und Charakter aufweisen, die sie als Führer(innen) der PPÖ geeignet erscheinen lassen;
  • die Fähigkeit besitzen, den Charakter von jungen Menschen durch altersgemäße Erziehung zu entwickeln;
  • Wesen und Ziele der Pfadfinderbewegung kennen und für sich selbst annehmen und dies durch Ablegen des Führer(innen)versprechens bekräftigen;
  • das entsprechende Alter aufweisen (siehe 2.8);
  • sich der ihrer Funktion entsprechenden Aus- und Weiterbildung unterziehen;
  • bereit sein, kontinuierlich für einen bestimmten Zeitrahmen, der mit der Gruppenführung vereinbart wird, Zeit für die Führungsarbeit einzusetzen.

Für WiWö-LeiterInnen gibt es dann noch eine extra Anforderung:
Führer(innen) der Wölflings/Wichtel-Stufe sollen die Fähigkeit besitzen, den Charakter der Kinder durch Spiel und Leben in der Gemeinschaft zu entwickeln. Weiters ist dort fest gelegt, dass einE WiWö-StufenassistentIn (also wer, der bei der Leitung von Heimstunden, Lagern und so weiter mithilft) das 18. Lebensjahr vollendet haben muss. WiWö-StufenleiterInnen (also solche, die Heimstunden, Lager, etc. leiten und für deren Ablauf verantwortlich sind) müssen mindestens ein Jahr lang als WiWö-AssistentInnen tätig sein und das "Aufbauseminar" (was das ist erfährst du ein Stückchen weiter unten) besucht haben.

In einigen Bundesländern gibt es zusätzliche Anforderungen. Welche das genau sind, erfährst du von deiner Gruppenleitung oder in deinem Landesverband.

Neben diesen Grundvoraussetzungen, um überhaupt WiWö-LeiterIn werden zu können, wird im Kapitel 3 der VO die Ausbildung beschrieben, die du als Kinder- und JugendleiterIn der PPÖ brauchst. Dort heißt es:

Bei den PPÖ werden folgende Arten der Jugendleiter u. Jugendleiterinnenausbildung unterschieden:

  • das Lernen allein, mit Hilfe von Büchern und Schriften;
  • das Lernen in der Gruppe, unter Anleitung der Gruppenführung und mit anderen erfahrenen Führern;
  • das Lernen auf Ausbildungsseminaren;

Es gibt also drei Ebenen, auf denen dein Lernen erfolgt. Verwechsle das aber nicht mit den Ebenen des Lernens, die wir weiter oben beschrieben haben (Sache, Wissen, Soziales) – diese beschreiben Inhaltliches. Hier geht es um die Art, wie du Fähigkeiten, die du als Kinder- und JugendleiterIn benötigst, bei den PPÖ lernst – nämlich allein, in deiner PfadfinderInnengruppe und auf Seminaren. Auf jede der drei Ebenen wollen wir jetzt ein bisschen näher eingehen.

Persönliches Lernen

Das ist "das Lernen allein, mit Hilfe von Büchern und Schriften". Du bist also zu einem großen Teil selber dafür zuständig, dass du eine gute WiWö-LeiterIn wirst. Denk daran, dass es nicht nur um das Lernen von Fähigkeiten und um das Aneignen von Wissen geht, sondern dass du auch an deiner Persönlichkeit arbeitest. Der Absatz zu diesem Bereich ist recht kurz. Das heißt nicht, dass dieser Punkt weniger wichtig wäre als die folgenden zwei. Aber es ist ein Bereich, den du dir selber gestalten musst. Eigentlich sollten wir ein, zwei Seiten frei lassen, damit du deine eigenen Vorstellungen hier notieren kannst.

Lernen in der Gruppe

Zum Glück stehst du als WiWö-LeiterIn nicht alleine da. Du arbeitest in einer PfadfinderInnengruppe, der neben den anderen StufenleiterInnen auch die Gruppenleitung und andere Funktionäre angehören. Der Gruppenrat, und mit ihm vor allem die Gruppenleiterin und/oder der Gruppenleiter, ist dazu verpflichtet, dich beim Lernen zu unterstützen. In manchen Gruppen gibt es dafür auch eine eigens dafür verantwortliche Person: Die heißt dann z.B. "GruppenbeauftragtE für Ausbildung " oder so ähnlich. In der VO steht dazu folgendes:

Der Gruppenrat sorgt für:

  • die Einführungsausbildung über Wesen und Verständnis des Pfadfindertums und der wichtigsten Führungsaufgaben;
  • bewusste Planung, Durchführung und Reflexion von Stufenaktivitäten unter Anleitung erfahrener Führer;
  • nützen von Sommerlagerplanung und anderen Gruppenaktivitäten als Lernfeld, wo die Bedeutung von Zielsetzung und dazu passender Methoden erfahren werden kann;
  • persönliche Weiterbildung durch gezielt eingesetzte Übungen - insbesondere aus Arbeitsbehelfen - beim Gruppenrat oder bei Führerwochenenden und Gruppenklausuren.

Wie du siehst geht es beim "Lernen in der Gruppe" vor allem um ein "Training on the job" – so nennt man das im modernen Businessjargon. Das heißt: Durch das Zusammenarbeiten mit erfahrenen LeiterInnen (bei den WiWö, aber auch Stufen übergreifend) kannst du viel lernen. Damit haben wir schon wieder eine Parallele zum Lernen, das die Kinder bei dir erleben. Auch bei deiner Ausbildung darf es nicht zu trocken zugehen. Theorie lernen (aus Büchern) ist nur ein Teil. Wichtiger und interessanter ist das "learning by doing" (Lernen durch Tun). Daher ist es ja auch wichtig, dass du zumindest ein Jahr als AssistentIn bei den WiWö arbeitest. In dieser Zeit trägst du noch nicht die ganze Verantwortung in den Heimstunden sowie auf den Lagern und hast genügend Möglichkeiten von anderen LeiterInnen zu lernen und Erfahrung zu sammeln.

Falls dir diese Betreuung in deiner Gruppe nicht zuteil wird, fordere sie ruhig ein (die VO ist auf deiner Seite!). Vieles kannst du ja auch nur bei dir in der Gruppe lernen. Die Pfadfinderei wird sehr stark durch Gruppentraditionen und regionale Besonderheiten geformt. Das macht sie so vielfältig. Darüber kannst du aber weder in einem Buch lesen noch können wir oder noch so "gescheite" Pädagogen darüber ein Seminar halten.

Lernen auf Seminaren

Diese dritte Ebene des Lernens als WiWö-LeiterIn ist eine Ergänzung zum persönlichen Lernen und zum Lernen in der Gruppe bei den PPÖ. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Seminaren:

  • Die Regelausbildung umfasst insgesamt vier Seminare (Einstiegs-, Grundlagen-, Aufbauseminar und den Woodbadgekurs). Sie stellen die Eckpunkte des PPÖ-Seminarsystems dar und sind inhaltlich in ganz Österreich gleich.
  • Die Spezialausbildung gibt es für alle in der pfadfinderischen Arbeit tätigen MitarbeiterInnen in Form von persönlichkeitsbildenden, pädagogischen, religiösen, musischen, administrativen und technischen Seminaren. Hier musst du dich selber informieren, welche in deinem oder einem benachbarten Landesverband angeboten werden. Die Zeitungen der Landesverbände bzw. die Homepages helfen dir dabei – oder ruf einfach mal an.

Hierher gehören auch Seminare anderer Kinder- und Jugendverbände oder ähnlicher Organisationen. Wie beim Punkt "Persönliches Lernen" bist du hier selbst verantwortlich, dich zu informieren. Nutze das vielfältige Angebot!

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