Die Heimstunde - Planung

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Puck und Mogli

Die Heimstunde - eine andere gängige Bezeichnung lautet "der Heimabend" - ist das wöchentliche Treffen der WiWö und somit das Kernstück deiner kontinuierlichen Erziehungsarbeit. Hier können Kinder spielen, reden, streiten, lachen, weinen, arbeiten, basteln, bauen und balgen – wie im richtigen Leben – und dabei lernen. Deine Hauptaufgabe ist es, aufzupassen, dass kein Kind dabei sprichwörtlich "auf die Nase fällt": Du musst den "geschützten" Rahmen dafür garantieren. In der Heimstunde kannst du Erprobungen (die Inhalte auf dem Weg zum Stufenziel) spielerisch, und in eine Rahmengeschichte verpackt, vermitteln. Jede Heimstunde ist ein Schritt, die Kinder in den acht Schwerpunkten methodisch richtig an das Stufenziel heran zu führen.

Planung von Heimstunden

Puck

Planungshilfen

Puck ist heute ein bissl streng, aber recht hat sie. Um abwechslungsreiche, anregende und somit motivierende Heimstunden für deine WiWö anbieten zu können, musst du langfristig planen. Damit wird es auch möglich, dass hintereinander liegende Heimstunden in einem größeren Zusammenhang stehen. In einer Heimstunde geht’s natürlich sehr pfadfinderisch zu. Du musst also schon einiges über unsere Arbeit mit Kindern wissen, bevor du eine Heimstunde planen kannst:

  • Das Erprobungssystem umfasst die Inhalte unserer WiWö-Arbeit und ist als Grundlage für Heimstunden daher unverzichtbar.
  • Langfristige zielorientierte Planung deiner Arbeit mit den WiWö garantieren, dass jedes Kind das Stufenziel erreicht.
  • Das Spiel ist unsere Methode, um Inhalte zu vermitteln. Ein "Vorrat" an Spielen, Liedern und anderen kreativen Gestaltungsmöglichkeiten ermöglicht dir flexibles Arbeiten.
  • Unsere Rahmengeschichten helfen dir komplexe Dinge kindgerecht zu vermitteln.
  • Zeremonien und Gruppentraditionen geben dem WiWö-Leben Struktur
  • Persönliche, religiöse, staatliche Feste bzw. Feiern und der Ablauf der Jahreszeiten haben natürlich auch Einfluss auf die Heimstunden, die du im Laufe des Jahres gestaltest.

Die Planung von Heimstunden erfolgt immer gemeinsam im WiWö-Leitungsteam. So kennt jedeR seine Aufgaben und kann selber bestimmen was er/sie sich zutraut. Zu Jahresbeginn könnt ihr einen groben Jahresplan erstellen. Dabei berücksichtig ihr am besten schon wichtige Feste und Termine im Jahresablauf. Neben persönlichen Feiern (Geburts- oder Namenstage) und Gruppenfeierlichkeiten sind das z.B.:

Monat Fest/Feierlichkeit Volk/Meute Gruppentraditionen
September   Rückblick und Reflexion des SOLA

Überstellung, Neulinge, Gemeinschaftsregeln,

Dschungel/Waldenland kennenlernen

z.B. Eröffnungsfest
Oktober 4. Franziskus

Erntedank

26. Nationalfeiertag

31. Reformationstag

   
November 1. Allerheiligen

19. Elisabeth

   
Dezember Advent

6. Nikolaus

Versprechen  
Jänner      
Februar Fasching 22. Thinking Day  
März Fastenzeit    
April Ostern    
Mai Muttertag    
Juni Pfingsten Vorbereitung SOLA,

Abschlussheimstunde

z.B. Fronleichnam

Ihr könnt diese Tabelle natürlich nach euren Bedürfnissen vervollständigen. Wie ihr seht haben wir in dieser Tabelle auf christliche Feste Rücksicht genommen. Habt ihr WiWö mit einer anderen Religion, müsst ihr die Liste auch erweitern. In dieses grobe Gerüst, könnt ihr auch schon Erprobungen einbetten, die einen "logischen" Platz im Jahr haben.

Alle 2-3 Monate müsst ihr euch dann daran machen, die Heimstunden genau zu planen. Damit ihr euch nicht alles "aus den Fingern saugen" müsst, gibt es etliche Hilfen. Vieles ist ja durch das pädagogische Konzept der PPÖ vorgegeben, sodass ihr es nur für eure Gegebenheiten anpassen müsst. Es gibt:

  • Das Kinderbuch "Der Wichtel- und Wölflingsweg" mit allen Erprobungspunkten, kindgerecht aufgearbeitet
  • Die beiden Erprobungskarten enthalten die Erprobungen zum 1. Stern und 2. Stern
  • Das Heft "Unsere Spezialabzeichen"
  • Diesen Behelf "So Gut Ich Kann" mit praktischen Tipps zu jedem Erprobungspunkt im Teil B. Du kannst ihn auch zu deiner persönlichen WiWö-Mappe ausbauen, wenn du eigene Unterlagen beiheftest.
  • Andere Literatur: Spielebücher, Liederbücher, pädagogische Bücher, ...

Ziel und Inhalt festlegen

Zu erst legt ihr Ziel(e) und die daraus folgenden Inhalte für eine Heimstunde fest. Ihr müsst also wissen, welche Etappe am Weg zum Stufenziel ihr mit dieser Heimstunde erreichen wollt. Folgende Fragen könnt ihr euch dabei in etwa stellen:

  • Was sollen die WiWö nach dieser Heimstunde können/wissen/erlebt haben?
  • Wie ist ihr Ausbildungsstand?
  • Was haben sie für Wünsche/Bedürfnisse dazu?
  • Wie ist der Zusammenhang zu den Heimstunden davor und danach?

Dann sucht die Erprobung(en), die diesen Inhalt beschreibt(en). Sie stellt(en) dann den zentralen Punkt in der Heimstunde dar. Sollte ein Thema sehr umfangreich sein, so könnt ihr ruhig mehrere Heimstunden hintereinander zu einem Thema gestalten. Dabei ist es aber wichtig, dass auch die Kinder den Zusammenhang verstehen: Ihr müsst also am Beginn der folgenden Heimstunde(n) an das Vorangegangene anknüpfen, indem ihr die letzten Heimstunden in Erinnerung ruft.

Bedürfnisse berücksichtigen

Bei all unserem Tun stehen die Kinder, eure WiWö, im Mittelpunkt, natürlich auch bei der Heimstundengestaltung. Kinder haben das Recht "mitzureden" und können so – wenn ihre Meinung auch wirklich ernst genommen wird - Demokratie erlernen. Ihr geht damit auch sicher, dass das Programm, das ihr gestaltet, für die WiWö interessant ist. Begeisterung und Motivation sind größer, wenn die Kinder die Heimstunde mitgestaltet haben. Führt also "Beratungen" und Erhebungen durch, bevor ihr Heimstunden plant.

Methoden auswählen

Der nächste Schritt bei der Heimstundenplanung ist, für die festgelegten Inhalte die passenden Methoden zu suchen. Dabei wisst ihr natürlich mittlerweile, dass ihr mit dem Spiel die Inhalte des Erprobungssystems hervorragend vermitteln könnt. Ihr müsst also die gewählten Inhalte in Spiele verpacken und eventuell zusätzliche kreative Methoden wählen bzw. deren Reihenfolge festlegen. Die Rahmengeschichten helfen euch, dabei auch die Phantasie der Kinder anzusprechen und zu nutzen. Falls ein Inhalt mal absolut weder ins Waldenland noch in den Dschungel passt, findet ihr sicher eine andere Geschichte für ein Spiel – oder gar ein Motto für eine ganze Heimstunde. Da kann es dann sogar sein, dass aus einer ganzen Heimstunde ein kleines Sondertreffen wird. Was ein Sondertreffen ausmacht und wir ihr es gestalten könnt, lest ihr im nächsten Kapitel. Prinzipiell sollt ihr bei der Planung darauf achten, dass ihr möglichst viel in einer Heimstunde gemeinsam mit allen WiWö macht. Unsere Arbeitseinheit ist die Großgruppe, also das Volk/die Meute, die nur zur organisatorischen Hilfe in Ringe/Rudel eingeteilt ist. Allerdings werden in eurem Volk bzw. eurer Meute sicher Kinder in unterschiedlichem Alter sein. Das hat auch meist zur Folge, dass sie schon mehr oder weniger weit auf dem Weg zum WiWö-Ziel sind. Für bestimmte Inhalte ist es daher sinnvoll die WiWö in solche "Gruppen nach Ausbildungsstand" zu teilen. In einem anschließenden Spiel kann ja dann sicher jede Gruppe das eben Gelernte zu allgemeinem Nutzen einsetzen ....!

Auf Grund des Programms können aber auch (kurzlebige) Gruppen nach Thema, Vorlieben oder zufällig gebildet werden. Damit euch das Planen nicht so schwer fällt, haben wir im B-Teil dieses Behelfes schon für jeden Erprobungspunkt eine Methode vorgeschlagen. Achtet aber bei den aufeinanderfolgenden Heimstunden darauf, dass es für eure WiWö möglichst abwechslungsreich abläuft (daher ist es auch sinnvoll, mehrere Heimstunden auf einmal zu planen). Ihr könnt ruhig länger an einem Thema/Inhalt dran bleiben, aber setzt dabei möglichst viele verschiedene Methoden (Spielarten, Theater, Pantomime, Reden, Malen/Zeichnen, alles Kreative, ...) ein. Sprecht immer das ganze Kind - mit Hirn, Herz und Hand - an. So wird euren WiWö (und euch) nie langweilig!

Auch innerhalb einer Heimstunde ist Abwechslung oberstes Gebot. Kinder können sich nur für kurze Zeit konzentrieren! Daher berücksichtigt schon in der Planung, dass ein und dieselbe Tätigkeit nicht länger als 7-10 Minuten dauert. Die Kinder verlieren sonst - vor allem bei ruhigen Programmpunkten - das Interesse und erfinden eigene Aktivitäten (umgangssprachlich als "sie stören" bezeichnet).

Am besten ist es, ihr wechselt bewegtere mit ruhigeren Phasen ab. Wie sich diese Phasen in einer Heimstunde am besten abwechseln, seht ihr im folgenden Diagramm:

Aktivitätskurve

Am Beginn der Heimstunde sind die WiWö sicher recht lebhaft. Nach einer Begrüßungszeremonie (sie macht allen WiWö klar, dass es jetzt los geht) sollte daher am Anfang immer ein Bewegungsspiel stehen, dass am besten schon zum Thema passt. Wenn sich die WiWö dann ausgetobt haben könnt ihr intensiv mit dem Inhalt arbeiten – da wird es wohl langsamer zugehen müssen (Minute 20-40) und wenn ihr dann darüber noch redet wird es ganz ruhig. Anschließend ist es wichtig, dass es wieder viel Bewegung gibt. Gegen Ende der Heimstunde müsst ihr jedoch darauf achten, dass ihr eure WiWö nicht zu aufgewühlt nach Hause schickt. Ihnen muss klar sein, dass die Phantasiewelt nun zu Ende ist und sie in der "Wirklichkeit" nach Hause gehen.

Genauen Zeitplan, Materialbedarf und Verantwortlichkeiten festlegen

Habt ihr einmal den Inhalt und die Methoden für eine Heimstunde, bleibt eigentlich nur mehr die "Routinearbeit". Schreibt auf in welcher Reihenfolge ihr die einzelnen Programmpunkte durchführen wollt. Notiert zu jedem Punkt wie lange er voraussichtlich dauert und welches Material (Papier, Malfarben, Bälle,...) dazu nötig ist. Damit es zu keinen Unklarheiten kommt, legt auch unbedingt noch fest, wer für welchen Programmpunkt verantwortlich ist. Sie oder er bereitet den Programmpunkt genau vor, besorgt eventuell nötiges Material und leitet in der Regel dann auch diesen Teil der Heimstunde. Bei dieser Routinearbeit ist eine Checkliste von großem Vorteil. Mit so einer Liste könnt ihr mühelos Heimstunden planen und lauft dabei nicht Gefahr, auf etwas zu vergessen.


Anhang

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