Kritisches Auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt: Unterschied zwischen den Versionen

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==Literatur==
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* [http://www.wwf.at WWF]: Ratgeber Trinkwasser
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* Franz, Kurt: Lesen macht stark. Alles über Bücher. Vom Autor bis zum Leser. (dtv Junior 79508) ISBN 3-423-79508-5

Version vom 30. November 2007, 23:14 Uhr

Weg zum 1. Stern

Ich kann verzichten und sparen und weiß, warum das wichtig ist.

Sparen und Verzichten hat nicht nur mit Geld zu tun. Verzichten kannst du auch auf etwas, was du gerne tun möchtest. Wenn du dir z.B. eine bestimmte Fernsehsendung anschauen möchtest, einem deiner Geschwister aber eine andere Sendung ganz wichtig ist, könntest du dieses eine Mal darauf verzichten. Du kannst auch auf einen Streit oder auf eine zornige Antwort verzichten - sogar, wenn du im Recht bist!

Überleg doch mal, wie und wo du Wasser oder Strom oder Verpackungsmaterial sparen kannst. Sparen heißt auch, Kleidung, Spiel- und Schulsachen, aber auch Gegenstände, die nicht dir gehören zu schonen.


Geschichte bearbeiten (Malen, Darstellen, Besprechen, Singen, Dichten, ...)

Aus der Wichtelgeschichte (S.: 98f) eignet sich hier besonders gut die Erzählung von der Hungersnot, die die Wichtel in der Winterhöhle erleiden – unter anderem deshalb, weil die Farnbilben lieber feiern, anstatt zu ernten und die vermeintlich geizigen Erdbilben auf große Teile ihres Wintervorrates verzichten, um den hungernden Wichteln zu helfen.

Nach der Erzählung können deine WiWö die Geschichte nachspielen oder eine Bildgeschichte davon malen. Jedes Kind kann auch ein Bild von der Stelle malen, die ihm am besten gefallen oder von dem Wichtel, das es am meisten beeindruckt hat. Durch die Geschichte sollen die WiWö die Möglichkeit haben, Verzichten auch als etwas Schönes und Wertvolles kennen zu lernen, das ihnen selbst und auch anderen Freude bereiten kann. Nach der Auseinandersetzung mit dem Verzichten in der Geschichte ist es wichtig, dass du die WiWö ermutigst, eine Verbindung zu ihrem eigenen Leben herzustellen. Mögliche Überlegungen: "Habe ich schon einmal auf etwas verzichtet – auf was? Wie ist es mir dabei ergangen? Ist es mir schwer gefallen oder leicht? Auf welche Dinge könnte ich verzichten – in der Schule, zu Hause,... ?". Sicherlich erzählen die WiWö gerne von sich und ihren Erlebnissen. Genausogut können sie einen "Verzicht-Song" zu einer ihnen schon bekannten Melodie erfinden und vorführen.


Ich halte meine Sachen in Ordnung.

Deine Sachen - das sind jene Dinge, die dir gehören z.B. Spielsachen, Schulsachen, Kleidung oder Sportgeräte. Ganz egal, ob du viele Dinge hast oder wenige - es sind deine Sachen.

In Ordnung halten heißt nicht nur aufpassen, dass nichts verloren oder kaputt geht, sondern auch dahin räumen wo sie hingehören. Natürlich gehen Sachen verloren und kaputt - auch wenn du darauf aufpasst und sie immer ordentlich wegräumst - nur sind es in diesem Fall nicht ganz so viele.

Überlege dir, wo du bei den WiWö Ordnung verlangst und wo es erforderlich ist. Bedenke, dass du von den Kindern nur das verlangen darfst, was du selbst zu tun bereit bist. (Welche Ordnung herrscht denn am SOLA in deinem Zimmer?) Beachte auf jeden Fall die Privatsphäre des Kindes! (Ist es dir nicht auch unangenehm, wenn jemand unaufgefordert in deinem Gepäck wühlt?)


Puck und ihre Freunde besuchen wieder einmal die Erdbilben

Zwei Wochen lang durfte Puck mit anderen Tillenwichteln wieder ihre Freunde bei den Erdbilben besuchen. Viel hatten sie sich vorgenommen. Die Erdbilbenwichtel hatten extra für ihre Besucher eine Wurzelhöhle auf Hochglanz gebracht, um den Freunden ein möglichst gemütliches Zuhause während dieser Zeit zu geben. Doch schon nach ein paar Tagen war von dem schönen Zuhause nichts mehr zu sehen. Natürlich war das Singen und Spielen mit den Freunden wichtiger als alles andere für Puck, Clevola, Guido, Max, Erica und Udo. Ganz früh am morgen schon machten sie sich auf den Weg um lustige Abenteuer zu erleben und erst spät abends gingen sie zu Bett. Kein Wunder also, dass die Höhle nach wenigen Tagen ganz fürchterlich aussah. Teilweise stritten sich die Tillenwichtel sogar schon, wem welche Hose gehörte und wem der grausige Socken. Nach einer Woche ist die Höhle total verwüstet, alles stinkt, Gewand und faulige Brote (der restliche Reiseproviant) liegen durcheinander. Auch Erdbeeren mit Maden drin sind schon zu finden. Wieder einmal kommen die Wichtel von einem Ausflug zurück. Diesmal hat es aber zu regnen begonnen. Sie sind nass bis auf die Haut. Da heißt es schnell trockenes Gewand anziehen. Aber welch ein Schreck! Niemand findet mehr sein eigenes Gewand und zum Schluss müssen die Wichtel noch feststellen, dass sie überhaupt kein sauberes Gewand mehr finden. All das ist ja schon schlimm genug, aber die Wichtel scheinen vom Pech verfolgt: Es hört nicht auf zu regnen. Es gießt in Strömen und ohne Unterbrechung. Puck und ihre Freunde können also nicht aus der Höhle hinaus. Guido ist schon ganz grantig und wirft Max vor, dass er die blöden Erdbeeren zu nahe an seine Sachen gelegt hat, sodass die jetzt ganz pickig sind. Erica erschauert bei dem Gedanken, dass da vielleicht noch irgendwelche Würmer durch ihr Gewand und – noch viel schlimmer – über ihre Haut kriechen würden. Niemand von den sechs Wichteln fühlt sich auch nur ein kleines bisschen wohl in dieser verdreckten Höhle. Udo schimpft, dass diese blöden Erdbilben in so kleinen stickigen Höhlen wohnen müssen. Wäre er jetzt auf der Blumenwiese, würde er einfach schnell in eine andere Blume ziehen und die Sachen in der anderen lassen. Da wird Puck jetzt aber sauer. Ihr gefällt es gar nicht, dass Udo so böse über die Erdbilbenwichtel schimpft – vor allem wo sie sich doch so sehr bemüht haben, diese Höhle besonders gemütlich einzurichten. Langsam dämmert ihr aber auch, dass sie ja ganz allein schuld sind an dem Chaos. Hätten sie jeden Tag nur ein bisschen Ordnung gemacht, dann würden sie sich jetzt nicht gegenseitig angranteln, sondern schon längst umgezogen sein und sich in die gemütlichen kleinen Felle kuscheln. Vor lauter Müdigkeit merkt Puck schon gar nicht mehr, dass Erdbilbenwichtel durch einen Verbindungsgang gekommen sind, um den Tillenwichteln etwas Warmes zu trinken zu bringen. Feine und warme Felle haben sie auch mit dabei. Sie sind gekommen, um ihre Freunde in eine größere Höhle zu holen, wo noch gemeinsam gesungen wird und wo die sechs in dieser Nacht schlafen können. Puck nimmt sich ganz fest vor, nie wieder so unordentlich zu sein. Gleich morgen will sie aufräumen. Aber auch mit ihren Blumenwohnungen will sie nun sorgsamer umgehen. Auch sie ist schon einmal übersiedelt und hat ihren Dreck einfach in der alten Blume gelassen. So will sie es jetzt nicht mehr machen!

Rollenspiel

Die WiWö sollen nun ihr eigenes Verhalten unter die Lupe nehmen: Jammern sie gleich und rufen um Hilfe, wenn ihnen etwas abgeht? Oder suchen sie zuerst und fragen dann danach? Wie fragt man nach Dingen, die man verloren hat? Wie kann ich sinnvoll Auskunft geben? In Rollenspielen können sie vorspielen, wie sie es aus ihrem Alltag kennen, aber auch neue Verhaltensweisen einüben.


Ich mache mir über sinnvolle und unnötige Spielsachen Gedanken.

Es gibt Kinder, die gar keine Spielsachen haben und trotzdem spielen und Spaß haben. Es gibt auch Kinder, die viele Spielsachen haben und trotzdem nie wissen, was sie spielen sollen.

Du solltest dich mit aktuellen Spielsachen-Trends auseinandersetzen um immer auf dem Laufenden zu sein. Indem du bestimmte Spielsachen einfach "verteufelst" weichst du einer sinnvollen Auseinandersetzung aus. Die wahren ExpertInnen sind allerdings die Kinder. Sie können sehr gut Spielsachen beurteilen, denn beim Spielen kennen sie sich aus. Stellt daher gemeinsam fest, was den Reiz eines Spielzeugs ausmacht, wann es sinnvoll ist, was seine Stärken und Schwächen sind.


Wertungsplakate, Brief schreiben, (Aktionen): Prinz Ludo

Puck und Salvit sind bei den Baumbilben eingeladen. Prinz Ludo, der Sohn der Königin Silva, feiert nämlich seinen Geburtstag mit einem großen Fest. Als sie zu ihm kommen, sitzt Prinz Ludo gelangweilt in seinem überfüllten Spielzeugzimmer. Zaghaft und ohne große Begeisterung drückt er auf den Tasten des neuesten und modernsten Spiels von ganz Waldenland herum. Ganz erfreut ist er über die Abwechslung, die es nun geben soll: Es kommen nämlich schon alle Wichtel zusammen und jedes einzelne bringt ein neues Geschenk. Natürlich werden alle Spiele von Prinz Ludo sofort ausprobiert. Nach kurzer Zeit ist den Wichteln aber langweilig. Das mag unter anderem daran liegen, dass die meisten Spiele in Prinz Ludos Spielzeugzimmer nur für eine Person geeignet sind – oder zumindest nur für wenige Wichtel. Wichtel spielen aber gerne alle gemeinsam.

Denkt darüber nach, warum sich Prinz Ludo langweilt obwohl er so viele Spielsachen hat. Geht es euch manchmal auch so wie ihm?

Schneide mit den WiWö aus Spielsachenkatalogen Spielzeug aus, klebt die Bilder auf Plakate und lass sie die Kinder nach bestimmten, von dir vorgegebenen Kriterien bewerten. (Gefallen, Nützlichkeit, Material, Haltbarkeit, Was kann man damit spielen? Wieviele Kinder können damit spielen, Gefahrenquellen für kleine Kinder, Altersempfehlung,...)

Tipp: Diese Plakate könntet ihr dann in einer "Ausstellung" z.B. vor Weihnachten den Eltern präsentieren.

Einige Wochen später schreiben und/oder zeichnen die WiWö einen Brief an Prinz Ludo in dem sie ihm von sich und ihren Spielsachen erzählen. Welche Spielsachen haben sie besonders gern und warum? Haben sie auch unnötiges Spielzeug oder Spiele, mit denen sie gar nicht mehr spielen? Welche Tipps können sie ihm geben, damit er sich mit seinen Spielen nicht langweilt? Was spielen sie/können sie Sinnvolles spielen, wenn sie allein sind?

Tipp:Wenn die WiWö draufkommen, dass sie Spielsachen haben, mit denen sie eh nicht mehr spielen, könnt ihr ja gemeinsam überlegen, wer die brauchen könnte. (Tauschbörse, Verschenken, Verschicken, Sammlung,...)


Weg zum 2. Stern

Ich weiß, was ich gut kann und was ich nicht so gut kann.

Manches kannst du vielleicht deshalb so gut, weil du Talent dafür hast - manches aber, weil du fleißig übst oder trainierst. Manches kannst du vielleicht deshalb nicht so gut, weil du kein Talent dafür hast - oder einfach deshalb, weil du es noch gar nie ausprobiert hast - oder es einmal nicht so gut gelungen ist.

"Das ganze Leben ist Lernen" hat mal jemand Gescheiter gesagt. Stimmt eigentlich. "Lernen" ist einerseits neue Sachen kennenzulernen und auszuprobieren, andererseits Dinge zu üben.

Wichtig ist, dass die WiWö herausfinden, was ihnen persönlich besonders liegt - und was weniger. Herausfinden können sie es dadurch, dass sie etwas ausprobieren. Du musst ihnen also ein Angebot bereitstellen, aus dem sie "auswählen" können. Bedenke, dass dieses Angebot möglichst vielfältig sein soll und das ganze Kind ansprechen soll (Herz, Hirn, Hand).

Weiters sollst du die Kinder anregen, sich in Dingen die sie nicht so gut können, zu verbessern. Vergiss dabei aber nicht, dass nicht jedes Kind alles können muss. Es kann ja auch Sachen geben, wo ein Kind im Augenblick noch Hilfe braucht oder die ihm keinen Spaß machen.


Fähigkeiten präsentieren

Balu ist ganz traurig, weil er – groß und dick – nicht so toll auf den Bäumen herumklettern kann wie Baghira. Mogli kommt und Balu erzählt ihm, was ihn so bedrückt. Mogli antwortet Balu, dass er ja auch nicht so gut klettern kann wie Baghira oder auch die Banderlogs, dass er aber dafür Feuer machen kann und Tieren die Dornen aus den Pfoten ziehen kann. Mogli fragt: "Irgendwas wird es doch geben! Was kannst denn du?"

Jedes Kind tritt im Kreis vor und sagt oder führt etwas vor, was es gut kann.

Was kann Balu gut? – Tanzen und Singen! - Also tanzt und/oder singt ihr gemeinsam.

Tipp: Hier findest du auch einen guten Anknüpfungspunkt zu den Spezis. Die Spezialabzeichen sind Zeichen dafür, dass die WiWö etwas besonders gut können und sich intensiv damit beschäftigt haben. Sie haben eine ihrer Fähigkeiten gefestigt und erweitert oder auch eine neue hinzuerworben. Warum ihnen nicht gerade in Zusammenhang mit dieser Erprobung die Möglichkeit geben, ein neues Spezialabzeichen zu erwerben? (z.B. als Atelier auf einem Lager)


Wenn es notwendig ist, kann ich mich überwinden.

Wenn du etwas angestellt hast und du befürchtest ein Donnerwetter, ist es dann notwendig, dich zu überwinden, die Sache zuzugeben? Was ist besser - du überwindest dich und hast es hinter dir - oder irgend jemand kommt dann doch darauf - oder gar jemand anderer wird für deine Ungeschicklichkeit oder deine Schlamperei bestraft?

Wenn du - und deinen Kindern geht es da nicht anders - ganz schreckliche Angst davor hast, irgend etwas zu tun - dann ist es manchmal besser, über diese Angst zu sprechen. Über Angst sprechen ist auch "sich überwinden". Manchmal glauben Kinder, wer Angst hat, ist feig. Feig ist aber eher, wer sich nicht über seine Ängste zu reden traut. Das Erkennen einer Angst und das "darüber Reden" ist der erste Schritt die Angst zu überwinden. Wenn du dich überwinden willst, etwas zu tun oder nicht zu tun, ist es wichtig, dass diese Überwindung auch notwendig ist - und zwar für dich. Ängste sind ja oft auch sehr sinnvoll. Bei gefährlichen Sachen ist es eben besser, wenn du sie nicht ausprobierst. Die Angst schützt dich. Gestehe diese "sinnvollen" Ängste auch deinen WiWö zu. Bedenke dabei, dass sie noch Kinder sind und sich vor Sachen fürchten, die du als Erwachsener belächelst. Du darfst die Kinder nicht zum Überwinden ihrer Angst zwingen. Diesen Schritt müssen sie selber setzen. Bedenke das bitte auch bei allen Programmpunkten, die du planst. "Mutproben", "Gruselnächte" oder ähnliches können für die einen spannend und abenteuerlich, für die anderen aber mit großer Angst verbunden sein. Gib jedem Kind die Möglichkeit "auszusteigen", ohne sein Gesicht zu verlieren.


Geschichte zu Ende spielen

Einige Banderlogs haben sich zu einer Art Bande zusammengeschlossen. Ein anderer Affe will nun zu dieser eingeschworenen Gruppe dazugehören. Die Gruppe beschließt, dass er eine Mutprobe machen muss. Erst wenn er die Mutprobe bestanden hat, darf er bei ihnen mitmachen. Als Mutprobe soll sich der Affe von einem Baum zum anderen schwingen – allerdings über eine Schlucht, die 10 Meter tief ist. Im letzten Moment kommt Mogli dazu und will den Affen überreden, nicht so blöd zu sein, über diese Schlucht zu springen.

Wie geht die Geschichte aus? Die WiWö beraten nun in Gruppen und spielen ihr Ende der Geschichte den anderen vor.

Stelle die verschiedenen Varianten zur Diskussion. Stellt das Überwinden in der Mutprobe dem Überwinden Nein zu sagen gegenüber. Was ist der größere Schritt? Was haben die Schritte für Folgen? Welcher braucht wohl mehr Mut?


Ich nütze verschiedene Möglichkeiten, meine Freizeit zu gestalten.

Die Grundlagen für diesen Punkt liefern die beiden Erprobungspunkte "Ich weiß, was ich gut kann und was ich nicht so gut kann" (Kritisches Auseinandersetzen mit sich und der Umwelt/Weg zum 2. Stern) und "Ich traue mich, etwas Neues auszuprobieren" (Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens/Weg zum 2. Stern). Ermutige die WiWö ihre Freizeitgestaltung selbst in die Hand zu nehmen und das nicht nur ihren Eltern zu überlassen.

Durch einen gezielten Austausch von Ideen soll den Kindern in einem ersten Schritt bewusst werden, wie sie ihre Freizeit gestalten und warum gerade so. In einem zweiten Schritt - durch die Präsentation anderer Kinder und deinen Anregungen - lernen sie verschiedene andere Möglichkeiten kennen. Dabei sollen deine Anregungen darin bestehen, ihnen die Wege zu zeigen, an die sie selbst noch nicht gedacht haben. Wenn du dich dabei an unseren acht Schwerpunkten orientierst, kannst du sicher sein, dass du alle Bereiche der kindlichen Persönlichkeit abdeckst (ganzheitliche Erziehung).

Beim Spezialabzeichen FreizeitmeisterIn machen sie dann den letzten Schritt und probieren neue Gestaltungsmöglichkeiten aus.

'Tipp: 'Eigentlich ist fast jedes Spezialabzeichen dazu geeignet, einen Freizeitbereich zu vertiefen oder einen neuen Bereich auszuprobieren.


Datensammlung

Ein toller Computerbauer hat einen neuen Computer entwickelt, der wirklich auf jede Frage Antwort geben können soll. Dieser Computer (Mensch als Computer verkleidet mit Roboterstimme) ist jetzt im Pfadiheim, damit die Kinder ihn testen können. Unter deiner Leitung überlegen sich die Kinder Fragen, die sie dem Computer stellen wollen. Natürlich kann der Computer antworten. Dann jedoch gebt ihr das Wort "Freizeit" ein. Der Computer dreht durch (Rauch und Brennen, Alarmsignal,...); er weiß keine Antwort – hat keine einzigen Daten. Der Computer wird abgeschaltet und ihr beschließt, ihm zu helfen, indem ihr ihn mit Daten versorgt.

Die Kinder überlegen sich, wie sie "Freizeit" erklären können. Schließlich wird dem Computer etwas eingegeben wie: Freizeit ist .... Natürlich wollt ihr aber noch weiterfragen: "Was kann man in der Freizeit machen?". Der Computer weiß zu diesem Thema offensichtlich wirklich nichts, so dass ihr ihn wieder abschalten müsst. Anschließend erarbeitet ihr Daten: Was wissen wir zu dem Thema? Welche Möglichkeiten gibt es? Wo gibt es diese Möglichkeiten? Allein, zu zweit, in der Familie, mit Freunden?

Bei diesem Gespräch wird (hoffentlich) klar, dass es so viele Möglichkeiten gibt, dass das Eintippen der Daten viel zu lange dauern würde. Zum Glück ist der Computer mit einer Web-CAM ausgestattet. Ihr könnt ihm also Beispiele vorspielen und er sich dann selber errechnen, was Freizeit bedeutet.

Nach einer kurzen Vorbereitungszeit schaltet ihr den Computer wieder ein. Jedes Kind kann nun dem Computer seine (liebste) Freizeitaktivität vorstellen. Den Computer interessiert natürlich auch, warum gerade diese Freizeitaktivitäten so toll sind. Abschließend überprüft ihr den Computer auf seine Funktionstüchtigkeit. Bei erneuter Eingabe des Wortes "Freizeit", weiß dieser sofort eine g‘scheite Antwort.


Ich habe über Bücher, Zeitschriften, Radio, Filme und Fernsehen nachgedacht.

Gib deinen Kindern die Möglichkeit, sich intensiv und ernsthaft mit einem Medium auseinanderzusetzen. Das wird ihnen den Umgang damit wesentlich leichter machen, als Verbote oder der Ausspruch "dazu bist du noch zu klein". Vergiss auch hier nicht, dass für Kinderbücher/-sendungen/-berichte/-filme WiWö die wahren ExpertInnen sind, weil sie Zielpublikum sind und ihre Meinung daher in jedem Fall zählt.


Programm gestalten am Beispiel Fernsehen

Jeder/s Ring/Rudel hat die Möglichkeit einen "Kinderkanal" zu gestalten. Sie bekommen eine bestimmte Sendezeit zugewiesen und können bei allen Kabelkanälen Programme einkaufen. Aus vorbereiteten Programmzeitschriften schneiden die Kinder Programme aus und kleben sie auf ein Plakat. Dabei müssen sie sich einigen, was in ihrer Sendezeit sinnvollerweise vorkommt.

Die Einschaltquoten: In einem zweiten Schritt werden die Programme präsentiert. Mit Taschenlampen kann nun jedes Kind signalisieren, bei welchem Programmteil es zuschauen bzw. aufdrehen würde. Dadurch werden die aktuellen Einschaltquoten ermittelt.


Ich spiele fair.

Beim Versprechen geht es darum, Regeln gemeinsam festzulegen und auch anzuerkennen. Mit Hilfe von Spielen mit verschiedenen oder geänderten Spielregeln haben wir dort versucht Methoden dazu vorzuschlagen.

Wenn Kinder unfair spielen, überlege dir

  • ob du das Spiel einfach und deutlich erklärt hast, sodass alle die Regeln verstehen konnten.
  • ob die Spielregeln für alle gleich und eindeutig waren.
  • ob Kinder stören, weil sie unbedingt auch einmal gewinnen wollen und das Spiel ihnen (durch Bevorzugung einer Eigenart) dazu einfach nicht die Möglichkeit gibt.


"Hautnah erleben"

Alle Tiere sind zusammengekommen, um gemeinsam zu spielen. Auch ein paar Banderlogs tauchen auf. Bald kann man beobachten, dass es in dem Spiel wild zugeht. Da stolpern Tiere und fliegen auf die Schnauze, andere zucken zusammen. Ja, in dem Spiel da wird gefault, gestoßen, getreten und auch gehauen – von den Banderlogs. Sie machen alles, um zu siegen. Um keinen Preis wollen sie verlieren. Wie geht es den Affen und anderen Tieren bei diesem Spiel? Am besten können das die Kinder beurteilen, wenn sie es erleben. Ihr spielt also irgendein Spiel; fünf Affen werden bestimmt, die das Spiel stören. Vorher muss natürlich ausgemacht werden, dass die Affen nicht zu wild sein und vor allem niemand wehtun dürfen. Nach einer Weile wird das Spiel wieder beendet und das Volk/die Meute versammelt sich im Kreis. Nun erzählen sich Affen und Tiere gegenseitig, wie es ihnen im Spiel ergangen ist. Die Affen beginnen und die anderen dürfen nur zuhören. Danach dürfen sie erzählen und die Affen dürfen nur zuhören. Schließlich ist hoffentlich klar, dass es beim Spielen wichtig ist, fair zu sein, damit es allen Spaß macht und niemand zu spielen aufhören will bzw. niemand vom Spiel ausgeschlossen werden muss.


Spezialabzeichen

Kritikerin.jpg KritikerIn

Dieses Spezialabzeichen ist eine Fortsetzung des Erprobungspunktes "Ich habe über Bücher, Zeitschriften, Radio, Filme und Fernsehen nachgedacht". Hier geht es um die persönliche Auseinandersetzung mit einem Medium.


Fortsetzung Kinderkanal (siehe 2.Stern)

Am Beispiel des Kinderkanals können einzelne WiWö nun feststellen, welche der Sendungen und angebotenen Programme gut für sie sind und ihre Entscheidung auch begründen. Durch kritisches Rückfragen kannst du sie sicher zum Nachdenken anregen.


Freizeitmeisterin.jpg FreizeitmeisterIn

Auch dieses Spezialabzeichen vertieft einen Erprobungspunkt ("Ich nütze verschiedene Möglichkeiten meine Freizeit zu gestalten") des 2. Sternes. Während in der Heimstunde - bei dem von uns vorgeschlagenen Programm - die neuen Freizeitideen nur angerissen werden, werden die WiWö hier nun motiviert, diese auch in die Praxis umzusetzen, d.h. tatsächlich zu probieren und durchzuführen.


Schatzhueterin.jpg SchatzhüterIn

Kinder können leicht ein Plakat mit den Dingen gestalten, die ihnen persönlich wichtig sind. Sie denken dabei auch nicht nur an "Teures". Im nächsten Schritt geht es nun darum, dass du ihnen bewusst machst, dass auch anderen Dinge lieb und wichtig sind und sie darum mit Sachen anderer vorsichtig umgehen müssen. Als letzten Schritt gilt es, ihnen klar zu machen, dass unsere Umwelt mit ihren Bodenschätzen, Energiequellen etc. nicht einfach gedankenlos ausgebeutet werden darf, damit sie weiterhin "wertvoll" bleibt. Denk immer wieder daran, dass du auch darin Vorbild für deine WiWö bist, wie man mit wichtigen und wertvollen Dingen umgeht.


Buecherwurm.jpg Bücherwurm

Lesen sind Abenteuer im Kopf! Jeder hat die Möglichkeit zu Lesen. Bibliotheken bergen für wenig Geld viele Schätze für diejenigen, die es sich nicht leisten können, viele Bücher zu kaufen. Du solltest über die nächstgelegene Bibliothek, ihre Öffnungszeiten und Mitgliedsbeiträge informiert sein.


Literatur

  • WWF: Ratgeber Trinkwasser
  • Franz, Kurt: Lesen macht stark. Alles über Bücher. Vom Autor bis zum Leser. (dtv Junior 79508) ISBN 3-423-79508-5