Unsere Zeremonien und Traditionen

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Zeremonien und Traditionen

Eine Feier ist ein intensiver Augenblick und somit ein wichtiger Teil des Lebens in deinem Volk/deiner Meute. Sie ist weder ein Zusatzprogramm, eine "Füllaktivität" noch eine störende Unterbrechung sondern Ausdruck der gemeinsamen Freude.

Zeremonien sind sichtbare Zeichen der Veränderung im Volk/in der Meute. Das kann das Entscheiden für diese Gemeinschaft (Versprechen geben) oder der Austritt und Abschied (Überstellung/ Stufenwechsel) aus ihr sein. Aber auch jedes Weiterkommen, jeder Erfolg eines Kindes soll von allen anderen wahrgenommen und dann gefeiert werden. (Sterne, Spezialabzeichen, etc.)

Der eigentliche Zweck einer Zeremonie ist es also, die Bedeutung eines erreichten Zieles und/oder eines Engagements für die Gemeinschaft festlich hervorzuheben. Dadurch gehen sie auf das kindliche Bedürfnis nach Anerkennung durch Gleichaltrige (Prestigebedürfnis) ein.

Eine Zeremonie ist meist eine Zusammensetzung von Einzelelementen aus Ritualen und WiWöoder Gruppentraditionen. An den Beispielen dieses Kapitels wirst du erkennen, welche Vielfalt es gibt und die Möglichkeiten, die sich dir bieten.

Tradition ist in unserem Fall die Weitergabe von speziellem Wissen, besonderen "Geheimnissen", Gepflogenheiten oder Fertigkeiten. Wir unterscheiden in diesem Behelf zwischen WiWö- und Gruppentraditionen. Ein besonderes Merkmal einer Tradition ist, dass sie vielfach nur mündlich überliefert wird und verloren geht, wenn sich niemand um ihre Verbreitung kümmert. Was die WiWö-Traditionen anbelangt, haben einzelne PfadfinderInnen-Verbände immer wieder Versuche unternommen, sie zu sammeln. Diese Sammlungen sind aber (soweit bekannt) nur in einem Fall über eine Loseblattsammlung hinausgegangen und allgemein erhältlich.

Gruppentraditionen sind nach wie vor meist nur in den Köpfen einzelner vorhanden und daher von deren Engagement abhängig.


Kritisches zu den WiWö-Traditionen

Nachstehend haben wir dir die wesentlichsten Elemente des "WiWö-Kulturgutes" zusammengestellt, sofern wir sie nicht schon im Kapitel "Waldenland und Dschungel – Unsere Rahmengeschichten" beschrieben haben.

Du solltest Traditionen nicht einfach um ihrer selbst willen weitergeben sondern kritisch anschauen, welche Inhalte sie transportieren. So wichtig Geheimnisse für die Kinder unserer Stufe sind, so wichtig ist auch, dass diese Geschichten Sinn machen und in einem großen Zusammenhang stehen. Wir haben daher hier nur die Traditionen beschrieben, die wir aktuell als zeitgemäß erachten und dir daher zum Einsatz empfehlen können. Beim Sammeln sind wir nämlich auf folgende Probleme gestoßen:


Der Inhalt

Viele Wichteltraditionen basieren auf der "alten" Wichtelgeschichte, in der zwei Mädchen die weise Eule im Wald besuchen und von ihr ein Wichtel bekommen wollen. (Sie hatten nämlich erfahren, dass die so praktisch sind, weil sie immer und überall helfen.) Durch einen kleinen Trick der Eule begreifen die Kinder, dass sie selbst "Wichtel" werden sollen und beginnen fortan ein Leben als "fröhliche Haushaltshelferinnen".

Diese Formulierung ist bewusst etwas übertrieben gewählt, soll sie doch verdeutlichen, dass diese Haltung nicht mehr zeitgemäß ist. Sie stammt aus einer Zeit, da die soziale Rolle bei den Mädchen im Pfadfinderverband tatsächlich einen bedeutenden Schwerpunkt bildete. Heute haben wir acht Schwerpunkte und plädieren für eine ganzheitliche Erziehung. Es wäre falsch, nur ein Bild der "fröhlichen Helferin" zu transportieren. Wenn auch die Eule im Waldenland eine ebenso zentrale Rolle hat wie in der alten Wichtelgeschichte (und wir daher alte Traditionen gut auch im Waldenland einsetzen können), so haben wir doch kritisch angeschaut, welches Bild eines Wichtels dabei jeweils vermittelt wird und manche Dinge bewusst weggelassen.

Übrigens gibt es diese Problematik der Aktualität auch bei alten Wölflingstraditionen. Auch hier haben wir nur die übernommen, die unserem aktuellen Stufenziel, den acht Schwerpunkten und einem ganzheitlichen Erziehungskonzept entsprechen.


Die Menge

Das Dschungelbuch ist (zum heutigen Zeitpunkt) ungefähr fünfmal so alt wie die Geschichte von Puck aus dem Waldenland. Die Wölflingstradition ist weltweit verbreitet; Wichtel gibt es eigentlich nur in englischsprachigen Ländern – sie wurden im deutschen Raum meist durch andere "kleine Völker" (z.B. die "Koticks") oder Bienen ersetzt. Natürlich gibt es dementsprechend mehr und ältere Quellen zu Wölflingstraditionen.


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