Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft: Unterschied zwischen den Versionen

Aus WiWöPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Bild:b067fkb.jpg Ich kann telefonieren und weiß die wichtigsten Telefonnummern.)
(Bild:b067fkb.jpg Ich kann telefonieren und weiß die wichtigsten Telefonnummern.)
Zeile 74: Zeile 74:
 
===[[Bild:b067fkb.jpg]] Ich kann telefonieren und weiß die wichtigsten Telefonnummern.===
 
===[[Bild:b067fkb.jpg]] Ich kann telefonieren und weiß die wichtigsten Telefonnummern.===
  
[[Bild:b039-1.jpg|right|150px|Tastentelefon]][[Bild:icon_info_b.png]] Denk daran, dass Kinder ihre eigene/n Telefonnummer/n oft nicht auswendig können und sie daher aufschreiben sollten. Im WiWö-Weg ist dafür Platz auf Seite 68.
+
[[Bild:b039-1.jpg|right|200px|Tastentelefon]][[Bild:icon_info_b.png|left]] Denk daran, dass Kinder ihre eigene/n Telefonnummer/n oft nicht auswendig können und sie daher aufschreiben sollten. Im WiWö-Weg ist dafür Platz auf Seite 68.
  
 
Sonstige wichtige Telefonnummern sind sicher die Notrufe.  
 
Sonstige wichtige Telefonnummern sind sicher die Notrufe.  

Version vom 9. Dezember 2007, 18:17 Uhr

Weg zum 1. Stern

B034kb.jpg Ich kann von jeder Uhr die Zeit ablesen.

Icon puckmogli b.png Du bist sicherlich dahintergekommen, dass die Sonnenuhr in der Winterzeit die richtige Zeit anzeigt. Für die Sommerzeit werden nämlich die Uhren um eine Stunde vor gestellt, damit es abends länger hell ist. Die Sonne kann man natürlich nicht "vor stellen" und daher gehen die Sonnenuhren im Sommer "falsch".
Icon info b.png

Auch Pünktlichkeit ist eine Regel des täglichen Zusammenlebens, die du mit deinen WiWös einüben musst. Lebe sie ihnen vor, indem du Heimstunden pünktlich beginnst und beendest bzw. Treffpunkte bei Ausflügen und Lagern genau einhältst.

Die Kinder sollten sowohl die Uhrzeit, als auch die Bahnzeit (digitale Uhrzeit) kennenlernen und einüben. Sie finden sich dadurch leichter zurecht und sind sicherlich motiviert, wenn sie Buspläne, Kinoprogramme, Fernsehprogramme u.v.m. dadurch verstehen lernen. Außerdem werden sie schnell begreifen, dass sie sich dann leichter Treffen mit Freunden und Freundinnen ausmachen können.

Icon methode b.png Schätzspiel

Die Zeitdiebe haben alle Uhren gestohlen. Kein Mensch kann abschätzen, wie schnell die Zeit vergeht. Niemand weiß, wie spät es ist. Alles geht durcheinander. Eine einzige Uhr wurde gerettet, mit deren Hilfe die WiWö nun einüben können, Sekunden richtig zu zählen. Wenn sie sich sicher sind, probieren sie aus, ob es ihnen gelingt, wegzugehen und genau nach einer Minute wiederzukommen. Wer kann am Genauesten schätzen?

Noch ein Tipp: Baut oder bastelt doch einmal auf einem SOLA eine Sonnenuhr!

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

B035kb.jpg Ich erledige verlässlich eine Aufgabe in der Gemeinschaft.

Icon info b.png

WiWö übernehmen kleine Verantwortlichkeiten nur für einen kurzen, überschaubaren Zeitraum. Der Aufgabenbereich muss ihnen klar sein.

Gib dem Kind die Möglichkeit, eine Aufgabe abzulehnen, wenn es sich etwas nicht zutraut, oder sogar Angst davor hat. Lass es sich selbst seine Aufgabe aussuchen, am besten aus einem von euch gemeinsam erarbeiteten Angebot.

Icon methode b.png Geschichte erzählen

Erzähle deinen WiWö eine der beiden genannten Geschichten. Sprecht darüber und versucht Bezüge zum Thema herzustellen. Überlegt euch, welche Aufgaben in der Gemeinschaft der WiWö zu erledigen sind und wer dies für einige Zeit tun möchte.

Waldenland: König Filis und sein Farnmeister Selag und Haarkünstler Silof "Puck sucht ihren Namen" ab Seite 63. Dschungel: Mogli zieht den anderen Wölfen die Dornen aus den Pfoten "Dschungelbuch" (dtv) auf Seite 16.

Spiel "Silof und Selag"

(eignet sich übrigens ausgezeichnet als "Zusammenräumspiel") König Filis (der/die SpielleiterIn) hat wieder einmal einen seiner launischen Tage. Er mag es heute gar nicht, wenn sich jemand nicht so verhält, wie er will. Und er gibt seine königlichen Befehle: "Silof" - nach dem kreativen Haarkünstler - heißt: herumtanzen, schreien, hüpfen - einfach wild sein. "Selag" - nach dem pflichtbewußten Farnmeister - heißt: eine bestimmte Aufgabe erfüllen und erfolgt in Verbindung mit einem Arbeitsauftrag z.B. Papier aufheben, Stühle zusammenstellen - was immer halt zu tun ist. Damit dieses Spiel nicht in reine Arbeit ausartet, ruft der König dazwischen natürlich andere "Anweisungen", wie auf einem Bein hüpfen, so vielen wie möglich die Hand schütteln usw. und natürlich wird "Selag" immer wieder von "Silof" abgelöst.

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

B036fkb.jpg Ich verhalte mich als FußgängerIn richtig im Straßenverkehr.

Icon info b.png

Zur Selbständigkeit gehört auch, dass ein Kind sich sicher im Straßenverkehr bewegen, eine Kreuzung gefahrlos überqueren kann und weiß, wozu ein Zebrastreifen dient. Außerdem kann für dich das Fehlverhalten eines Kindes sehr unangenehm ausgehen. Daher ist es keine "Schikane", wenn du auf der Straße eine Zweierreihe verlangst und verbietest, dass die Kinder unkontrolliert herumlaufen. Die Notwendigkeit dieser Massnahmen solltest du den Kindern aber erklären.

Dein Ziel sollte es sein, dass deine WiWö die Verkehrsregeln für FußgängerInnen sozusagen "im Schlaf" beherrschen (d.h. nicht auswendig hersagen, sondern sich richtig verhalten können) und ohne Aufsicht z.B. von einer Geländespielstation zur anderen gehen können.

WiWö sind im Straßenverkehr in erster Linie FußgängerInnen. Darum haben wir uns im "WiWö-Weg" auf die Verkehrszeichen beschränkt, die für die Kinder wirklich wichtig sind. Trotzdem solltest du dir jeweils überlegen, welche dieser Inhalte für deine WiWö sinnvoll sind. Wenn es in deinem Ort z.B. weit und breit keine Fußgängerampel gibt, dann ist der Umgang mit ihr weniger wichtig, als den Kindern zu vermitteln, wie sie ohne Ampel sicher über die Straße gelangen und an welchen Stellen sie dies gefahrlos tun können.


Icon methode b.png Malen/Zuordnen

B037-1.jpg

Durch ein Erdbeben herrscht Chaos in der Stadt. Alle Verkehrszeichen sind zerstört oder zumindest umgefallen. Die Polizei ist überfordert und bittet die WiWö um Hilfe. Natürlich werden sie am Ende mit einer Kleinigkeit (einer Urkunde, einem Orden, dem Stadtschlüssel etc.) belohnt.

Lege ein gezeichnetes Dorf, eine vergrößerte Kopie eines Stadtplanes, oder einen ausgeborgten Verkehrsteppich auf und verteile wahllos kleine Autos, sonstige Verkehrsmittel und Spielfiguren darauf. Die Kinder bekommen "leere" Verkehrszeichen (siehe Kopiervorlage) und sollen diese richtig bemalen. Dabei kannst du mit ihnen über die Unterschiede der Zeichen sprechen:

Gefahrenzeichen sind dreieckig und haben einen roten Rand. (Sie erinnern an den Buchstaben A, wie Gefahr.) Verbotszeichen sind rund und haben einen roten Rand. (Sie erinnern an Buchstaben O, wie Verbot.) Gebotszeichen sind rund und blau. (Sie erinnern an den Buchstaben O, wie Gebot.)

Anschließend überlegt ihr gemeinsam, an welchen Stellen die Verkehrszeichen sinnvoll eingesetzt werden können und stellt sie gemeinsam mit den Spielfiguren, Autos und sonstigen Dingen zu einem Gesamtbild richtig auf.

Noch ein Tipp: Für die Kinder, die auf dem Weg zum 2. Stern sind, kannst du die Verkehrszeichen für RadfahrerInnen dazunehmen.

Download: Kopiervorlage Verkehrszeichen

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

Weg zum 2. Stern

B067fkb.jpg Ich kann telefonieren und weiß die wichtigsten Telefonnummern.

Tastentelefon
Icon info b.png

Denk daran, dass Kinder ihre eigene/n Telefonnummer/n oft nicht auswendig können und sie daher aufschreiben sollten. Im WiWö-Weg ist dafür Platz auf Seite 68.

Sonstige wichtige Telefonnummern sind sicher die Notrufe. Die Kinder sollten die "vier W's" kennen, die bei einem Notruf entscheidend sind:

  • Wo ist der Unfallort? (Ort, Straße, Hausnummer, Ecke, Kilometerstein)
  • Was ist geschehen? (Verkehrsunfall, Brand, Elektrounfall, etc.)
  • Wieviele Verletzte gibt es?
  • Wer ruft an?

Durch gezieltes (Ein)Üben sollen die WiWö die Scheu vor Wertkarten- oder Münztelefonen verlieren und auch imstande sein, eine Telefonnummer aus dem Telefonbuch herauszusuchen.

Icon methode b.png Einüben

Den WiWö soll klar werden, dass es von ihrem Verhalten abhängt, ob sie effektiv helfen können. Wir haben daher hier keine Spielgeschichte vorgesehen, um den "Ernst der Sache" klar zu machen.

Möglichkeiten:

  • Ringe/Rudel telefonieren in Rückruf-Zellen miteinander
  • Stadtspiel mit verschiedenen Telefonen (Münz- und Wertkartentelefon, Handy)
  • "Joghurtbechertelefon" basteln und damit Notrufsituation (ein)üben
  • Kinder- oder Haustelefone benützen

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

Ich weiß, ob und wie ich mir und anderen helfen kann.

Erste Hilfe

Kinder haben oft nicht die körperlichen Voraussetzungen (z.B. einen Erwachsenen in Seitenlage zu bringen) um Erste Hilfe zu leisten. Sie sind sich auch noch nicht völlig über die Tragweite ihres Tuns bewusst und sollen daher immer Erwachsene zu Hilfe holen.

Erste Hilfe bedeutet, dass noch weitere Hilfe notwendig ist.

Das Allerwichtigste bei Erste-Hilfe-Leistung ist, dass die HelferInnen ruhig bleiben. Das kannst du ihnen als Vorbild zeigen, wenn Du beim Versorgen von kleineren Wunden deiner WiWö selber ruhig bleibst und ihnen dabei erklärst, was Du gerade tust. Deine WiWö sollen lernen, wie auch sie auf eine/n Verletzte/n beruhigend wirken. Am besten funktioniert das, wenn die verletzte Person sitzt oder liegt und mindestens ein Kind bei ihr bleibt, während andere Hilfe holen. Die Kinder sollen sich den Ort und das Geschehen gut einprägen, um genaue Beschreibungen abgeben zu können.

Im WiWö-Weg findest du auf den Seiten 70 und 71 eine Reihe von Situationen, bei denen sich Kinder verletzt haben. Im Folgenden findest du ärztliche Ratschläge, was ein 9-10jähriges Kind in einer solchen Situation tun (oder eben nicht tun) kann. Versuche aber in jedem Fall, deinen WiWö zu vermitteln, dass ihre vorrangigste Aufgabe darin besteht, Erwachsene zu Hilfe zu holen.

Manchmal ist eine Verletzung gar nicht zu sehen, weil die Gefühle eines Kindes oder seine Seele verletzt wurden. Und weil diese Verletzung niemand sieht, traut sich das Kind nicht, mit jemandem darüber zu reden - weil es Angst hat, es würde ihm nicht geglaubt, oder weil es Angst hat, es könnte noch mehr und noch viel Schlimmeres passieren. Meistens ist die Person, die ein Kind so verletzt, mit diesem Kind gut bekannt oder sogar verwandt.

Wenn du ein solches Kind bist, dann überlege, mit wem du darüber reden kannst. Es gibt einige Dinge, die du wissen sollst, damit du dir auch wirklich selbst helfen kannst - und selbst helfen heißt auch, darüber reden. Du sollst wissen,

  • dass dein Körper dir gehört.
  • dass deine Gefühle wichtig sind.
  • dass es für dich angenehme und unangenehme Berührungen gibt.
  • dass du auch zu Erwachsenen nein sagen kannst.
  • dass es gute und schlechte Geheimnisse gibt.
  • dass du über die schlechten Geheimnisse sprechen kannst.
  • dass du nicht schuld bist.

Sexueller Missbrauch und Gewalt sind sicher keine "gewöhnlichen Heimstundenthemen". Es kann aber vorkommen, dass du mit diesen Themen konfrontiert wirst. Vielleicht können dir dann die Botschaften von Puck und Mogli eine Hilfe sein.

Aus einer Statistik (Sendung "Kreuz und Quer"/ORF vom 18.3.1998) geht hervor, dass in Österreich jedes vierte Mädchen und jeder achte Bub sexuell missbraucht werden. 80% dieser Fälle passieren im Kreise der Familie und deren guter Freunde. Bei diesen Zahlen müssen wir leider damit rechnen, dass auch WiWö betroffen sind. Die meisten Täter sind Männer, sie sind keiner speziellen Schicht zuzuordnen und in Beruf und Familie integriert, d.h. sie führen kein auffälliges Leben. Den Opfern wird meist solche Angst gemacht, dass sie sich selbst schuldig fühlen und natürlich nichts erzählen.

Solltest du nur den geringsten Verdacht haben, setze dich mit einer kompetenten Stelle in Verbindung, um zu erfahren ob du etwas tun kannst. Du brauchst keine Angst zu haben, niemand erwartet von dir, so ein Problem zu lösen, daher wende dich an Fachleute. Wenn du dort einfach deinen Verdacht und die Gründe dafür äußerst, kann niemandem etwas passieren, Dir nicht und dem betroffenen Kind nicht. Vermittle auch hier deinen WiWö wieder:

"Gehe niemals in Häuser oder Wohnungen, steige niemals in Autos ein, auch nicht, wenn du die Leute kennst, es sei denn, deine Eltern wissen genau Bescheid, wo und bei wem du bist." (siehe auch WiWö-Weg S.:20 bzw. 74)


Rahmengeschichte

Den WiWö soll klar werden, dass es von ihrem Verhalten abhängt, ob sie effektiv helfen können und wo sie überhaupt helfen sollen und dürfen.


Dschungel:

Mogli ist so geschickt und kann mit seinen flinken Fingern die Dornen aus den Tierpfoten ziehen. Er weiß um die Bedeutung und Beherrschung des Feuers (der "roten Blume") und wendet sich an die richtigen Ansprechpartner wenn er Hilfe braucht. Kaa ist z.B. immer die letztmögliche Rettung (siehe "Die Rothunde" oder "Kaas Jagdtanz"). Er setzt die Zauberformel "Du und ich, und ich und du, wir sind vom gleichen Blute", die ihn Balu gelehrt hat, bei verschiedenen Tieren ein und rettet so oft sein Leben und das Leben anderer. Baghira ist die hilfereiche Anlaufstelle, wenn es gilt, Mogli über die Menschen zu informieren oder in die Kunst des Jagens einzuweihen. Akela ist das Vorbild als Beschützer der ihm Anvertrauten.

Aus diesem Wissen heraus und mit diesen Geschichten hilfst du dem Wölfling seine ganz persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die er für sich und andere einsetzen kann, zu entdecken und zu fördern.


Erste Hilfe-Spiel

Bei diesem Spiel haben wir keine Spielgeschichte vorgesehen, um den "Ernst der Sache" klar zu machen Es dient einerseits der (Ein)Übung von richtigem Verhalten, andererseits sollen die WiWö einschätzen lernen, wann und wobei sie helfen können.


Material:

Kärtchen mit Fragen und Aufgaben unterschiedlichster Schwierigkeitsstufen (1-5), z.B.

  1. Wie lautet der Notruf der Rettung?
  2. Legt ein Pflaster richtig an!
  3. Was macht ihr bei einem Bienenstich?
  4. Wie könnt ihr jemandem helfen, der sich ein Bein gebrochen hat?
  5. Was macht ihr, wenn ihr zu einer Unfallstelle kommt?


Ablauf:

Die Ringe/Rudel ziehen ein Kärtchen und suchen sich eine Frage/Aufgabe aus. Ist die Frage richtig beantwortet/Aufgabe richtig gelöst, erhält der/das Ring/Rudel Perlen in der Anzahl des Schwierigkeitsgrades. Du musst den Kindern also klar machen, dass es auch darum geht, abzuschätzen, welche Aufgaben für sie lösbar sind. "Lieber eine leichtere Frage beantworten? Oder das Risiko eingehen?" Eine falsch beantwortete Frage oder ungelöste Aufgabe kann an einen anderen Ring/ein anderes Rudel weitergegeben werden. Wer hat zum Schluss die meisten Perlen ergattert?


Ich kenne wichtige Verkehrsregeln der RadfahrerInnen.

Modalitäten bezüglich der Radfahrprüfung

(nach Vollendung des 10. Lebensjahres) Da Kinder vor der Erreichung des zwölften Lebensjahres nicht berechtigt sind, allein auf der Straße Rad zu fahren, besteht die Möglichkeit, dies durch Ablegen einer Radfahrprüfung zu erreichen. Dazu werden die Kinder an vielen Volksschulen nach einem eigens dafür ausgearbeiteten Programm vorbereitet, und zwar in Theorie und Praxis. Anschließend erfolgt eine Radfahrprüfung. Diese wird in Wien von der MA42, in den Bundesländern von der jeweiligen BH abgehalten. Nach positiver Prüfung erhalten die Kinder dort einen Ausnahmebescheid, der ihnen das Radfahren ohne Begleitung Erwachsener auf ihrem Schulweg (!) ermöglicht.

Atelierheimabend

Gestalte einen "Atelierheimabend" bei dem alle WiWö – soweit möglich – ihre Fahrräder mitbringen. In einzelnen Stationen könnt ihr Folgendes tun:

  • Vergleich der Ausrüstung (WiWö-Weg S.: 73); Was fehlt meinem Rad, damit ich auf der Straße fahren darf?
  • Geschicklichkeitsparcours
  • Kleine "Reparaturen", z.B. Sattel richtig einstellen etc.


Ich habe jemandem eine Zeit lang geholfen.

Wenn du anfängst darauf zu achten, ob du jemandem helfen kannst und wie, wird es ganz leicht - du wirst viele Möglichkeiten entdecken. Denk auch wieder daran, was du mal bei deinem Versprechen gehört hast!

Eine "Zeit lang" helfen heißt, jemandem öfters als einmal helfen.

  • Achte darauf, dass das Kind sich eine Aufgabe sucht, die es schaffen kann, sie soll aber auch nicht zu leicht sein.
  • Weise auch hier das Kind wieder darauf hin:

"Gehe niemals in Häuser oder Wohnungen, steige niemals in Autos ein, auch nicht, wenn du die Leute kennst, es sei denn, deine Eltern wissen genau Bescheid, wo und bei wem du bist." (siehe auch WiWö-Weg S.:20 bzw. 74)


Helfender Vogel / Helfende Blume basteln

Dieser Erprobungspunkt fordert von den Kindern eine mehrmalige Auseinandersetzung mit dem Thema und findet daher in mehreren Heimstunden statt.

Der Einstieg erfolgt am besten im Herbst. Das Thema wird anhand der Geschichten von Franziskus und Elisabeth vorgestellt (Was ist helfen?, Was heißt eine "Zeit lang"?).

Bastelarbeit: Jedes Kind gestaltet entweder einen Vogel (Franziskus) oder eine Blume (Elisabeth). Verwendet dazu am besten Karton oder färbiges Papier und hängt sie im Heim an einen bestimmten Platz. Die Schwanzfedern/ Blütenblätter werden extra hergestellt, sollten schön bunt sein und separat aufgehoben.

Dokumentation: Im Laufe der Erprobung sollte während jeder Heimstunde eine kurze Zeit zur Verfügung stehen (am besten nach dem Anfangs- oder vor dem Schlusskreis), in der die WiWö von ihrem Helfen-Projekt berichten können. Wichtig ist es, dass du sie immer wieder erinnerst, aber ohne Zwang. Nicht jedes Kind muss immer was berichten, aber jedes sollte die Möglichkeit haben. Der Bericht sollte im Kreis des Volks/der Meute erfolgen. Hier kann kurz über das Erzählte gesprochen werden: Welche Probleme gibt es? Ist es schwer durchzuhalten? Wo sind Grenzen, wenn ich jemandem helfe?

Nach dem Bericht darf das Kind ein/e Schwanzfeder/Blütenblatt an seine/n Vogel/ Blume ankleben. So entsteht über "eine Zeit lang" ein lustiger, bunter Vogel, bzw. eine schöne, bunte Blume.


Spezialabzeichen

Erste hilfe.jpg Erste Hilfe

9-10jährige Kinder können kleinere Verletzungen behandeln, wenn sie genügend Informationen besitzen. Wichtig ist aber in diesem Zusammenhang immer wieder, sie über ihre Grenzen aufzuklären. Effektive und entscheidende Hilfe heißt auch, Erwachsene zu holen oder zu informieren. Eine kleine Erste Hilfe Box, wie sie z.B. im Scout Shop erhältlich ist, sollte jedes/r WiWö in seiner/ihrer Tasche dabeihaben.

Insektenstich: Evtl. Stachel entfernen (Biene) und dann zum Kühlen unter fließendes Wasser halten. Beobachte die Stelle einige Zeit weiter und gehe zum Arzt, wenn sie sich rötet oder einen roten Ring aufweist. Versuche, nicht zu kratzen und den Juckreiz durch kühlende Umschläge erträglich zu machen. Achtung: Manche Leute reagieren auf Insektenstiche allergisch. Sie wissen das meistens selbst und sollten sofort zu einem Arzt/einer Ärztin gebracht werden.

Zeckenbiss: Lass den Zecken – samt Kopf – mittels Fett oder Öl absterben und drehen ihn vorsichtig mit einer Pinzette heraus. Beobachte die Stelle einige Zeit weiter und gehe zum Arzt, wenn sie sich rötet oder einen roten Ring aufweist.

Blase: Stich Blasen nie auf, da sich die Stelle sonst entzünden kann. Klebe ein Pflaster darüber, damit kannst du ihren Druck ausgleichen.

Wie man richtig einen Pflaster anlegt:

Nach dem Reinigen der Wunde, häufig genügt klares Wasser, und dem Abtupfen des Wassers mit einer sterilen Baumwollgaze nimm ein Heftpflaster und entferne eine der beiden Abdeckungen des Wundpolsters. Dann befestige die freigelegte klebende Fläche auf der Haut seitlich der Wunde und ziehe während des Anbringen des Wundpolsters auf die Wunde die zweite Abdeckung ab. Jetzt musst du nur noch die Klebeflächen andrücken, damit das Pflaster auch wirklich fest sitzt.

Dreieckstuch-Armschlinge

Lege ein Dreieckstuch (dein Halstuch) so auf die Brust des/der Verletzten, dass der Rand des Tuches bis zu den vorderen Fingergelenken reicht. Beachte, dass der obere Zipfel auf der Schulter der gesunden Seite liegt. Führe den herabhängenden Zipfel über den Arm auf die Schulter der kranken Seite und verknote ihn mit dem anderen Zipfel neben dem Nacken (einfacher Weberknoten!). Schlage die Spitze am Ellbogen um den Oberarm herum und befestige sie mit einer Sicherheitsnadel am Tuch.


Haushaltshelferin.jpg HaushaltshelferIn

Durch Mithilfe am Lager kann dieses Abzeichen für alle unmittelbar erlebt und dadurch sichtbar gemacht werden. Lass die Kinder vielleicht in kleinen Gruppen zusammenarbeiten, um sie nicht zu überfordern. Es geht nicht darum, Putzdienste zu verteilen, sondern dem WiWö ein "Auge" dafür zu vermitteln, was Unordnung und Schmutz sind.

Sauberkeit – das Fachwort dafür lautet "Hygiene" – ist eine wichtige Maßnahme um Krankheiten vorzubeugen. Viele Krankheiten (Durchfall, Tuberkulose, Hepatitis, ...) werden durch Mikroorganismen (meist Bakterien oder Viren) hervorgerufen. Wie der Name schon sagt, sind diese Krankheitserreger sehr klein, du kannst sie erst unter dem Mikroskop sehen.

Im Haushalt, vor allem in der Küche und im Sanitärbereich, finden diese Mikroorganismen gute Bedingungen um sich zu vermehren (Nährstoffe, z.B. in Form von Nahrungsmittelresten, Feuchtigkeit und für sie "angenehme" Temperaturen). Sauberkeit im Haushalt verschlechtert die Bedingungen für Krankheitserreger erheblich. Mögliche Nahrungsquellen werden entfernt und viele Putzmittel wirken auch tödlich auf Mikroorganismen (Desinfektion). Bewahre Haushaltsmittel immer gut verschlossen und trocken auf. Fülle sie nie in andere Gefäße (z.B.:nie in Getränkeflaschen!), sonst kann es zu folgenschweren Verwechslungen kommen! Reinigungsmittel sollten prinzipiell unerreichbar für Kleinkinder aufbewahrt werden.


Abfallberaterin.jpg AbfallberaterIn

Ein WiWö gestaltet einen kleinen Teil der Heimstunde über Mülltrennung, - vermeidung und Problemstoffe. Wenn ihr dann gemeinsam einkaufen geht, musst du wahrscheinlich besser aufpassen, was du kaufst, als das Kind.

Wende dich an die jeweilige Beratungsstelle deines Bundeslandes, wenn du Hilfe und Informationen brauchst.


Koechin.jpg Koch/Köchin

Dieses Abzeichen ist wunderbar dafür geeignet ein Lager-Essen einmal anders zu gestalten.


Literatur

  • Badegruber, Bernd/ Pirkl, Friedrich: Geschichten zum Problemlösen. Für Kindergarten, Schule und Zuhause,(Veritas Linz) ISBN 3-7058-0014-0
  • Badegruber, Bernd: Spiele zum Problemlösen Bd.1 Für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, (Veritas Linz) ISBN 3-7058-0540-1
  • Badegruber, Bernd: Spiele zum Problemlösen Bd.2 Für Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren, (Veritas Linz) ISBN 3-7058-0548-7
  • Hoffsümmer, Willi: Kurzgeschichten für Gottesdienst, Schule und Gruppe (Matthias-Grünewald), Bd.1 ISBN 3-7867-0889-4; BD.2 ISBN 3-7867-1063-5; Bd.3 ISBN 3-7867-1298-0; Bd. 4 ISBN 3-7867-1566-1; Bd. 5 ISBN 3-7867-1775-3
  • Moost, Nele/ Rudolph, Annett: Alles erlaubt? Immer brav sein - das schafft keiner! (Esslinger) ISBN 3-480-20193-8
  • Moost, Nele/ Rudolph Annett: Alles meins! Oder 10 Tricks, wie man alles kriegen kann. (Esslinger) ISBN 3-480-20040-0
  • Pfister, Marcus: Der Regenbogenfisch (Nord-Süd) ISBN 3-314-00581-4 (Thema: Anderen etwas schenken können)
  • Pfister, Marcus: Mats und die Wundersteine (Nord-Süd) ISBN 3-314-00780-9 (Thema: Gemeinsame Entscheidungen bringen mehr)
  • Unser Alltag (Time-Life) ISBN 90-6182-825-2
  • Vopel, Klaus W.: Interaktionsspiele für Kinder. Affektives Lernen für 8- bis 12-jährige (iskopress) Bd. 1 ISBN 3-89403-271-5; Bd. 2 ISBN 3-89403-272-3; Bd. 3 ISBN 3-89403-273-1; Bd. 4 ISBN 3-89403-274-X; alle Bände ISBN 3-89403-270-7

Zeit

  • Ende, Michael: Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. Ein Märchenroman (Thienemann) ISBN 3-522-11940-1

Erste Hilfe

  • Schnelle Erste Hilfe für Kinder. Praktischer Rat auf einen Blick (Mosaik) ISBN 3-576-10474-7 (richtet sich an Erwachsene)
  • Franke, Kristina: Erste Hilfe für Kinder. Ein Hosentaschenbüchlein für den Notfall (Coppenrath) ISBN 3-88547-656-8
  • ÖJRK: Helfi hilft dir helfen ISBN 3-215-05509-0
  • ÖJRK: Schule des Helfens – Schule der Partnerschaft ISBN 3-215-05509-0

Sexueller Missbrauch

  • Staudinger, Ursula: Ich gehör nur mir Sexuelle Übergriffe erkennen und abwehren lernen. Ein Praxisbuch für Kindergarten und Grundschule (Veritas Linz) ISBN 3-7058-5157-8
  • Meier, Katrin/ Bley, Anette: Das kummervolle Kuscheltier Ein Bilderbuch über sexuellen Missbrauch (ars edition) ISBN 3-7607-1200-2
  • Kreul, Holde: Ich und du. Was Kinder über sich und andere wissen wollen (Loewe) ISBN 3-7855-3217-2
  • Friedrich, Max: Tatort Kinderseele Sexueller Missbrauch und die Folgen (Ueberreuter) ISBN 3-8000-3676-2

Beratungsstellen

Verkehr

  • Die Welt des Verkehrs (Time-Life) ISBN 90-6182-830-9
  • Unterlagen zur Radfahrprüfung (s.o.)
  • Sicheres Radfahren ISBN 3-7002-0835-9
  • ÖJRK: Freiwillige Radfahrprüfung ISBN 3-215-07423-0

Müll

  • Koch, Jürgen: Unterrichtsmaterialien Müll (Greenpeace/Die Werkstatt) ISBN 3-923478-76-3
  • Umwelterkundungen: Unser Müll. Sachinformationen, Didaktisch-methodische Hinweise, Unterrichtsmaterialien. Lehrheft mit Kopiervorlagen (Auer Donauwörth) ISBN 3-403-02281-1

Kochen

  • Petit, Kara/Guida Joseph: Und die Kuh lacht dazu. Ein vegetarisches Kinderkochbuch ISBN 3-89106-376-8
  • Rossmeier, Armin: Kochen kinderleicht. Gerichte, die Kindern schmecken. Das Kinderkochbuch mit Hexe Garifixi ISBN 3-517-07559-0
  • Tipps und Tricks für Meutenarbeit Nr.3 Küchenmeister; Nr.7 Ideen für Meutenarbeit (BdP) Scout Shop
  • Pato, Momo: Der kleine Komolze - Kochen für Pfadfinder, http://www.komolze.de