WiWö-Zeremonien

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Wir haben schon beschrieben, dass wir durch Zeremonien einen Schritt des Kindes und damit Veränderungen innerhalb der Gemeinschaft feiern. Sobald du eine Zeremonie planst, musst du ganz sicher sein, das alle Kinder genau um ihre Bedeutung wissen. Jede Geste, jedes Wort und jedes Zeichen/Symbol müssen allgemein verständlich sein.

Zeremonien sollen kurz und abwechslungsreich sein. Die wichtigsten Personen dabei sind die Kinder, und sie können sich (in dieser Altersstufe bekanntlich) maximal eine halbe Stunde auf eure Feier konzentrieren. Vermeide daher lange Einleitungen, langweilige Reden oder den Einsatz zu vieler verschiedener Symbole.

Die Zeremonie soll sich auf einen Kern oder ein zentrales Thema beschränken. Es steht ja der Schritt des einzelnen Kindes im Vordergrund. Es ist daher nicht besonders günstig, eine "Massenversprechensfeier" oder endlose Spezialabzeichenverleihungen abzuhalten, da du dabei niemals auf das einzelne Kind eingehen kannst.

Die Grundelementen einer Zeremonie sind

  • die Einleitung (der Grund der Zeremonie, Geschichte aus dem Waldenland/Dschungel, das Schaffen der Atmosphäre)
  • der Höhepunkt (den Schritt des Kindes verdeutlichen)
  • der Abschluss (das Erleben der Gemeinschaft, neue Position des Kindes verdeutlichen)

Dabei wirst du sicher die Traditionen und Besonderheiten deiner Gruppe einfließen lassen. Das findet dann in symbolischen Gesten, speziellen Liedern oder "Ansprachen" seinen Platz. Diese zusätzlichen Elemente müssen natürlich ihre Bedeutung haben und eine passende Ergänzung zum zentralen Kernthema der Feier sein. Du wirst sicher darauf achten, dass sie keine Verfälschung der eigentlichen Zeremonie bedeuten.

Eine Zeremonie wird besonders eindrucksvoll, wenn die Vorgänge für alle transparent und nachvollziehbar sind:

  • Jedes zu ehrende Kind kann daran ruhig und angstfrei (vor eventuellen Pannen gefeit) teilnehmen und sich ganz auf den Inhalt der Feier, und nicht auf einzelne Worte oder Bewegungen, konzentrieren.
  • Alle anderen Kinder tragen - richtig eingestimmt – durch ihre Einbindung in die Zeremonie das Ihre bei.
  • Wenn wirklich Gäste anwesend sind, müssen auch diese um die Bedeutung der Zeremonie bereits Bescheid wissen, um dann den Verlauf nicht zu stören. Das ist besonders für Versprechensfeiern wichtig. Wir empfehlen dir, diese Zeremonie nur innerhalb deines Volkes/deiner Meute zu gestalten, und dann bei der nächsten gemeinsamen Gruppenaktivität die neuen Mitglieder eurer PfadfinderInnengruppe vorzustellen. Filmende oder fotografierende Eltern sind oft sehr störend, weil sie die Kinder ablenken.
  • Für dich ist daher eine gute Vorbereitung und stimmungsvolle Durchführung der Zeremonie ein Muss. Dazu trägt auch das Tragen einer kompletten Uniform bei, weil es das Zusammengehörigkeitsgefühl fördert und optisch einen würdigen Rahmen liefert. (Ein früherer Gesetzespunkt hieß übrigens: "Ein Pfadfinder macht nichts halb.")


Vorüberlegungen

Der richtige Zeitpunkt für eine Zeremonie ist dann, wenn das Kind bereit und gut vorbereitet ist. Der Zeitpunkt eines Versprechens, einer Verleihung soll für das Kind möglichst bald nach Erfüllung aller Voraussetzungen erfolgen. Daher musst du in deiner Jahresplanung darauf achten, dass geeignete Gelegenheiten wie Ausflüge, Wochenendlager oder besondere Heimstunden über das ganze Pfadfinderjahr so gelagert sind, dass kein WiWö zu lang auf seine Zeremonie warten muss. Auch wenn ein Kind zum Zeitpunkt seiner Feier erkrankt sein sollte, musst du nach einer anderen guten Möglichkeit suchen. Es ist keine gute Idee, Zeremonien als "lastminute"- Programm an das Ende eines Heimabends/Ausflugs/Lagers zu planen, weil nicht mehr alle in Ruhe daran teilnehmen können oder auch dann schon nicht erwünschte ZuschauerInnen dabei sind. So eine Zeremonie soll ja ein Höhepunkt auf dem Weg der WiWö sein.

Der passende Ort für unsere Zeremonien ist sicher im Freien, mitten in der Natur oder an einem besonderen Ort. Auch hier wirst du einiges vorher abklären:

  • Zeremonien im Freien bedeuten nicht, 20 oder 30 Minuten in der prallen Sonne, im Regen, bei Schnee oder Minusgraden, oder umgeben von Gelsen- oder Mückenschwärmen. Jedes Kind wird sich aber gern an eine Zeremonie in einer Mondnacht, bei einem Sonnenuntergang oder strahlenden Sonnenaufgang erinnern.
  • Auch Höhlen, sauber gefegt und vielleicht sogar noch dekoriert, bieten sich an.
  • Kleine Kapellen oder Kirchen, Schlösser, Burgen, Ruinen, etc. können auch einen schönen, unvergesslichen Rahmen bilden.
  • Völlig ungeeignet ist ein öffentlicher Platz, in der Stadt oder auch ein Park, weil die Zeremonie etwas ganz Eigenes und Besonderes ist und dort die intime Atmosphäre fehlt. Neugierige ZuschauerInnen können die Zeremonie empfindlich stören. Außerdem sind diese Feiern keine Bühnenstücke für andere, und die Kinder zu diesem Zeitpunkt keine SchauspielerInnen oder ZuschauerInnen bei einer Show.

Vorbereitungen

Um die Zeremonie als "Gesamtkunstwerk" zu gestalten, ist hier eine Checkliste:

  • Alle tragen eine saubere, komplette Uniform.
  • Alle Dinge (Totems, Fahnen, Abzeichen, Halstücher, Urkunden,...) die für die Zeremonie wichtig sind, müssen griffbereit vorbereitet sein.
  • Alle beteiligten LeiterInnen und WiWö wissen um den genauen Ablauf: was sie tun müssen, wohin sie sich stellen müssen. Das verhindert jedwede Peinlichkeit.
  • Die wichtigen Gäste wie z.B. GruppenleiterInnen, Kuraten, usw. sind alle eingeladen und du überprüfst, ob sie sicher pünktlich kommen können.
  • Der Ablauf muss eine gewisse Dynamik beinhalten damit die Zeremonie zwar feierlich, aber nicht stimmungstötend empfunden werden kann.
  • Der ganze Ablauf muss ein fortlaufender Prozess sein, mit verständlichen Übergängen, ohne störende Unterbrechungen. Es bedarf keiner/keines besonderen ZeremonienmeisterIn. Die Kinder sind ja auf ihre Bezugsperson – also auf dich - fixiert. JedeR LeiterIn soll sich ihre/seine Worte im Vorfeld genau überlegen und mit den anderen absprechen.
  • Während der Zeremonie sollen gut geübte, passende Lieder gesungen werden. Das Singen fördert nicht nur das Mittun aller, sondern hilft auch, sich dann wieder besser konzentrieren zu können.
  • Jedes/jeder WiWö sollte in die Zeremonie eingebunden sein: alle sollen mitsingen können, applaudieren, rufen, usw. - immer aktiv und fröhlich, aber nicht ausgelassen.

Durchführung

Alle Zeremonien sollen die wundervollen Ideen, die dahinterstecken einfach darstellen. Drücke dich daher verständlich, natürlich aus. Alles soll ganz aus deinem Herzen kommen, und die WiWö direkt ansprechen. Auch hier wieder einige Punkte, die du berücksichtigen sollst:

  • Verwende nur einfache Symbole.
  • Deine WiWö dürfen sich natürlich bewegen.
  • Verwende eine einfache, natürliche Sprache (kein Theater!).
  • Lächle und deine Freundlichkeit überträgt sich auf die WiWö. Sie fühlen sich sicher und froh. Trotzdem soll feierlicher Ernst über der Zeremonie liegen.

Tipp: Im Folgenden haben wir dir immer wieder Beispiele von Zeremonien, wie einer WiWö-Versprechensfeier, Verleihungen von Sternen und Spezialabzeichen sowie der Überstellung angegeben. Sie stammen größtenteils aus schriftlichen Arbeiten von WiWö-LeiterInnen, die in den letzten Jahren den Woodbadgekurs besucht haben. Sie sollen aber keine "Kochrezepte" zum Nachmachen sein, sondern dir vielmehr die Vielfalt der Möglichkeiten zeigen, solche Feiern zu gestalten. Je mehr du deine Zeremonien ganz persönlich gestaltest, umso mehr werden sie unvergessliche Erlebnisse für deine WiWö.

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