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RaRo Innsbruck Pradl auf Sommerlager

Die RaRo der Pfadigruppe Innsbruck Pradl haben ihr Sommerlager in Kärnten verbracht. Was sie alles erlebt haben, das könnt ihr in diesem Bericht lesen.

Tag 1

Wir sind mit der ÖBB und unseren Rucksäcken nach Kärnten gestartet. Ziel war wohl eine der kleinsten aber schönste Gemeinde Stockenboi, wo wir uns in ein ehemaliges Sägewerk einquartieren durften.

Tag 2

Nach dem wir uns den Lagerfeuerduft am klaren Weissenbach unterhalb des Sägewerks, welcher dieses vor Jahrhunderten schon betrieben hat, abgewaschen haben, packten wir das Frühstück und die Schwimmsachen ein und machten uns auf den Weg zum schönsten See Österreichs. Am Weg dorthin trafen wir eine Grazer Pfadfinder Familie, die zufälliger Weise unseren Begleiter Flo als Kind in die Pfadfinderrei eingeschult hat. Der Weissensee ist der höchstgelegene Badesee Kärntens und wir fanden uns am Ostufer in einem kleinen Seebad wieder. Einen Tag mit Chillen, Schwimmen, Trampolinhüpfen und einer kleinen Kanutour zu den Felsen zum Klippenspringen wieder spülte ein Sommergewitter uns wieder zurück ins Sägewerk.

Tag 3

Unser Ziel war ein Wanderlager und in der Planung war jeder motiviert, „Wir gehen einfach von Stockenboi entlang des Weissensee zum Westufer und von dort nach Greifenburg.“ In Wirklichkeit gingen die Begleiter mit freundlichen Pfadibesuch aus St.Pölten und unsere RaRo spielten alle Pfadikarten aus, um möglichst bequem voran zu kommen. Also wurden Autos angehalten, Fähren erzählt, dass das Leben als Pfadi so schwer ist, sie kein Geld haben und nur eine Schifffahrt sie vorm ungewissen Tot retten könnte. Die Begleiter fanden am Wanderweg noch einen schönen Felsen mit Ausblick und der Möglichkeit spektakulär in den See springen zu können. Schlussendlich trafen wir am Abend in Techendorf am Westufer alle recht zufrieden ein. Dort wurden Gruppen gebildet, Geschichten über die aktuelle Notlage erfunden und die einheimische Bevölkerung nach einen Schlafplatz durchsucht.  Kurze Zeit später stand uns ein Heustadl mit Toilette ca. 300m entfernt zur Verfügung.

Tag 4

In der Nacht zog ein Gewitter über den Stadl hinweg und der Sonntag war ebenfalls regenverhangen. Eine Besserung war nicht in Sicht. Der Plan weiter zu wandern, um zu einer Sternwarte zu gelangen, wurde aufgrund des Wetters und der hohen Wahrscheinlichkeit auf Null Sternensicht ins Wasser geworfen. Stattdessen ausschlafen, gut und lange Kochen, Karten spielen und sich zum nächsten Campingplatz für eine Dusche schleichen.

Tag 5

Aufgrund der Starkregenfälle war die Drau ab Greifenburg nicht mit den Kanus befahrbar und wir konnten erst in Paternion einsteigen. Top motiviert bekamen wir unsere Kanus und Equipment und eine Einschulung, welche wohl nicht sehr Aufmerksam gelauscht wurde. Und los ging die Fahrt! Wir machten hier gut Meter, auch wenn wir uns fast ausschließlich nur treiben ließen. Entspannt und mit ein paar Mühen über die Wehre kamen wir am Abend in Villach an. Wo unter Zeitdruck wieder ein Nachtlager organisiert werden musste. Nach kleinem Denkanstoß durch den Begleiter kamen die RaRo wohl darauf, eine gut bekannte Wahl-Villacherinn und ehemalige RaRo-Freundin zu fragen, ob sie bei den Pfadfinder*innen Villach unterkommen. Mit Ziel vor Augen und dem herannahenden Unwetter hinter uns, ließ ein Kanu die Einweisung, „Meidet Brückenpfeiler und die Bäume und Sträucher am Ufer!“ außer Acht und fuhr gerade unter ein solches Geäst am Ufer. Ein klare Fehleinschätzung und Sekunden später war das Kanu unter Wasser und wir waren bemüht alles zu retten. Zwei Kochtöpfe und eine Kaffeekanne verloren wir dabei und die RaRo waren Nass samt ihren Rucksäcken. Aber zum Glück wurde das Spektakel auf Video festgehalten und die Begleiter blieben trocken. Dank der super netten Pfadis Villach konnten wir unser Zeug zum Trocknen aufhängen und statt dem 1er-Menü (Nudeln mit Pesto) wurden Pizzen bestellt.

Tag 6

Wieder auf der Drau war unser erstes Ziel das Campinggeschäfte Falle an der Mündung Geil/Drau, um unsere verlorenen Kochtöpfe zu ersetzen. Von dort an ging es gemütlich weiter, bis wir in St. Jakob in Rosental direkt an der Drau bei einem Biobauernhof unser Nachtlager aufstellen durften. 

Tag 7

So gemütlich ging es nicht mehr voran, im Rosental ist die Drau überwiegend aufgestaut und die Ufer sind breit. Wir konnten die Arbeit von Biebern sehen, viele Wasservögel und eine super Landschaft. Aber aufgrund der fehlenden Strömung musst man sich selbst einen Vortrieb verschaffen. Nach einem anstrengenden Paddeltag und Organisation am Wasser schafften wir es bis nach Gallizien. Dort stellten wir die Kanus ab und schafften es noch bis zu einem Sportplatz, wo wir nächtigen konnten. 

Tag 8

Von dort aus ging es mit dem Bus zum Hochobir, der uns schon vom letzten Sommerlager bekannt war. Heuer wollten wir uns die bekannte Obir Tropfsteinhöhle anschauen. Nach einer aufregenden Tour unter Tag und wieder einigermaßen trockenen Sachen machten wir uns von dort aus zu Fuß weiter auf den Weg. Unser Ziel war der Freibacher Stausee. Eine kleine Hütte ohne Strom von einem Bekannten eines Rovers. Am Weg fanden wir einen Sack voll Eierschwammerln, welche wir für unser traditionelles Gulasch gut gebrauchen konnten. Nach einem harten Marsch und vielen Wehwehchen kamen wir spät abends dort noch an.

Tag 9

Füße hoch, Sonne genießen und beim dortigen Griechen (Gasthaus am See) die Seele baumeln lassen. Ein Trupp stoppte sich bis zum nächsten Supermarkt, welche dort im tiefsten Kärnten rar sind, und brachten uns alles, was wir für ein super Gulasch am Lagerfeuer brauchten, mit. Am Nachmittag wurde das Feuer geschürt, der Topf, welcher mit einer Eisenkette übern Feuer hang geputzt und die Zutaten gewaschen und geschnitten. Drei bis vier Stunden musste das Gulasch unter der Aufsicht von unserem Flo gut köcheln. Dann saßen wir am Lagerfeuer und genossen die sternklare Nacht.                        

Tag 10

Weiter ging es mit dem kulinarischen Genuss. Unsere traditionellen „Paincakes“ (Benannt durch unsere frisch gebackene Mutter Pia aus dem Leiterteam) Albin ist für die Zubereitung verantwortlich und die anderen pflegten den Schlafplatz am Morgen. Kurz vor Mittag war alles angerichtet und wir schlemmten weiter. Für unsere Unterkunft haben wir dem Eigentümer am Nachmittag Holz hinter der Hütte zu Feuerholz verarbeitet und sind dann nochmal in den Stausee gesprungen. Am Abend gings mit einer kleinen Wanderung zum Terklbauer. Der ist bekannt durch seine super Kärntner Kasnudl und der besten Cremeschnitte in ganz Kärnten. Wir sind dort bekannt, weil ein Begleiter vor einem Jahr, 17 Kärntner Kasnudl auf einmal gegessen hat und ihn die dortige Feuerwehr aus Bewunderung ein Bier zahlte. Heuer war das Ziel klar, 17 oder mehr! Wahrscheinlich durch die Hochform zu Olympia gelang es zwei der Gruppe, diesen Rekord einzustampfen und auf 20 Stück zu heben. Mit zu vollem Bauch wanderten wir zurück zur Hütte und konnten noch eine Nacht unter den Sternen schlafen.

Tag 11

So schön unser Lager auch war und wir Kärnten lieben, haben wir mit der Tatsache, dass die öffentliche Verbindung in Kärnten an einem Sonntag nicht wirklich vorhanden ist, hart zu kämpfen. Zum Glück war uns das Problem schon bewusst und wir schafften es in der gleichen Zeit von unserer Hütte nach Klagenfurt wie von Klagenfurt nach Innsbruck.