„Die wichtigste Brücke, die wir bauen können, ist die Brücke in die Zukunft“,

sagte Leonore Gewessler, politische Geschäftsführerin von Global 2000 am Sonntagnachmittag beim Bundespfingsttreffen 2019 der Ranger und Rover, auf dem von den RaRo mit Hirn, Hand und Herz Brücken gebaut wurden.

74 Brückenelemente, eine Brücke

In zwei Halbtagen haben die RaRo eine 437 Meter lange Brücke aus Schnüren, Knoten und Bünden, gebaut aus 1600 Stangen Holz errichtet. Jede Runde baute dabei ein Element und musste in der Planung auch die Schnittstellen zu den anderen Brückenteilen beachtet und sich so mit den unterschiedlichen Runden im Vorfeld koordinieren: Höhe der Plattform, Art der Abspannung und Anschlusspunkte galt es abzuklären.

Bei der Brückenfeier am Sonntagnachmittag wurde die Brücke im Beisein der 791 Teilnehmer*innen des Bundespfingsttreffens 2019 eröffnet, bevor die RaRo die Möglichkeit hatten, mit bekannten „Brückenbauer*innen“ zu diskutieren und sich von ihnen inspirieren lassen.

„Europa bedeutet für mich eure Zukunft“

– erklärte Dr. Franz Fischler den Pfadis. Interessiert folgten die RaRo seinen Erzählungen von seiner Zeit als EU-Kommissar für Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums. Gemeinsam wurden die Themen, die Europa verbindet, diskutiert. Für Daniela Schier ist die schwierigste Brücke, die es zu bauen gilt, die zwischen Menschen.  Sie sprach mit den RaRo über die Menschenrechte als Basis dieser Brücke und ihre Tätigkeit bei Amnesty International. Auch in der Diplomatie ist das Brückenbauen der Kern: es geht ums Brückenbauen zwischen Staaten und somit Menschen. In Tagen wie heute, in denen sich einige Gräben auftun, ist dies wieder umso wichtiger, sagte Gerhard Reiweiger, der als Diplomat und Botschafter in zahlreichen Ländern des Ostens, unter anderem Rumänien, Bulgarien und Republik Moldau tätig war.

Dass Musik Menschen verbindet und keine Vorurteile kennt, zeigt der Verein Firefly Club. „Wir merken bei unseren Veranstaltungen, wie schnell sich Barrieren zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen lösen.“, sagt Christoph Sackl im Gespräch mit den Jugendlichen.

Im Umweltschutz gibt es ganz viele Brücken zu bauen

Wie diese Brücken gebaut werden können, welche Entscheidungen es von politischen Akteur*innen braucht und wie jede und jeder einzelne etwas beitragen kann, diskutieren die 16-20-jährigen mit Leonore Gewessler. Nachhaltigkeit, was es für ein gutes Leben braucht und was es bedeutet autark zu leben, war auch das Thema im Gespräch mit Christian Frantal von Wohnwagon.

Mit dem aktuellen Helfen mit Herz und Hand-Projekt entsteht derzeit eine Schule für alle in Uganda. Für Stefan Pfleger von der Partnerorganisation „Kindern eine Chance“ ist Bildung die Brücke zur Entwicklung. Je höher das Bildungsniveau einer Gesellschaft, desto besser sind die Voraussetzungen fürs zukünftige Leben.

Aber auch ein "echter" Brückenbauer teilte seine Erfahrungen aus dem Handwerk des Brückenbaus mit den RaRo: Gerald Greunz war am Bau der längste Bogenbrücke Europas beteiligt.

Es gibt viele Herausforderungen: was lernen wir bei den Pfadfinder*innen dazu?

Ferdinand Kovacic, selbst Pfadi bei der Gruppe Wien Erdberg, versuchte mit den RaRo die vielen Softskills, die sie sich in ihrer Pfaditätigkeit aneignen, in Worte zu fassen. „Wenn ich mir das Potenzial hier anschaue, dann muss man das nur in eine andere Sprache übersetzen, um an Unis, in Firmen und anderen Organisationen sichtbar zu machen, was ihr alles könnt.“, so Ferdinand. Und: „Die Problemlösung aller Dinge heutzutage sitzt da vor mir auf der Wiese.“.

"Es gibt keinen Plan B, es liegt an uns zu handeln!"

Mit diesen Worten ermutigte auch Lagerleiter Martin die Ranger und Rover aus allen Bundesländern und Südtirol bei der Abschlussfeier des Bundespfingsttreffen 2019, sich für das Brückenbauen im Umweltschutz und in der Menschlichkeit einzusetzen und aktiv zu werden.

Nach drei wunderbaren gemeinsamen Tagen des Brückenbauens mit den Händen, den Dialogen mit Brückenbauer*innen und dem Schließen von neuen Freundschaften am Lagerfeuer ging es für alle mit vielen schönen Erinnerungen wieder Nachhause.